Das war eine Machtdemonstration der Silberpfeile wie in alten Zeiten. George Russell ließ am Samstagabend (23.11.) in der Zocker-Metropole nichts anbrennen und gewann zum zweiten Mal in dieser Saison. Es war insgesamt der dritte Erfolg seiner Karriere.
Dementsprechend groß war der Jubel nach dem Zieleinlauf beim 26-Jährigen:"Las Vegas ist so eine verrückte Stadt. Hier zu gewinnen, ist etwas Besonderes. Vor allem hatte ich schon zwei Pole-Positions in dieser Saison. Es ist klasse, dass es hier mit dem Sieg geklappt hat."
Lewis Hamilton machte mit Platz zwei den Doppelerfolg perfekt. Zum ersten Mal seit dem Grand Prix von Brasilien 2022 landeten die Silberpfeile auf den ersten beiden Rängen. Dritter wurde Carlos Sainz im schnelleren der beiden Ferrari vor Teamkollege Charles Leclerc.

Max Verstappen wurde Fünfter in Las Vegas. Das reichte dem Red-Bull-Piloten zum Titelgewinn.
Verstappen krönt sich
Der größte Jubel brandete bei Red Bull auf. Max Verstappen wurde Fünfter und fixierte seinen vierten WM-Titel in Folge. Der 27-Jährige wurde emotional am Funk. "Was für eine Saison, vier Mal Weltmeister?! Unglaublich! Vielen Dank Leute!"
Doch der Reihe nach. George Russell stürmte von der Pole-Position in Führung. Charles Leclerc sprang im Ferrari von P4 auf P2, während Carlos Sainz (Ferrari) und Pierre Gasly im Alpine einen Rang verloren. Max Verstappen hielt seine Position vor Lando Norris im McLaren.
Zunächst sah es so aus, als wären die Ferrari schneller als Russell. Leclerc attackierte in Runde 4 vor Turn 1, aber Russell ließ ihn auf der Außenbahn verhungern. Dabei zerstörte sich der Monegasse die Reifen und musste abreißen lassen. Zunächst ging Sainz an ihm vorbei, später Verstappen, der zuvor Gasly überholt hatte.

Charles Leclerc (Ferrari) attackierte in Runde 4 George Russell (Mercedes) kam aber nicht vorbei.
Zwei-Stopp-Rennen in Las Vegas
Schon da war klar, dass es kein Ein-Stopp-Rennen werden würde. Die Reifen litten unter Graining. Bereits in Runde 9 begannen die Top-Teams die Gummis zu wechseln. Den Reigen eröffnete Lando Norris, als er wie die Konkurrenz vom Medium-Pneu auf den harten Pirelli umsattelte.
In der 12. Runde kam der Führende Russell rein und gab kurzzeitig die Führung an seinen Teamkollegen Hamilton ab, der einen Umlauf später stoppte. Der Rekordsieger hatte sich bereits gut nach vorne gearbeitet, nachdem er im Qualifying noch gepatzt hatte und nur von Platz zehn ins Rennen gegangen war.
Hamilton beschwerte sich kurz über die Strategie ihn so früh reinzuholen, weil er wieder hinter den Ferrari und Verstappen rauskam. Die Pace seines W15 war der seiner Gegner aber überlegen. Bis zu seinem zweiten Stopp in der 28. Runde hing er im Getriebe der Ferrari. Auch Verstappen steuerte im selben Umlauf die Box an.

Lando Norris schaffte nur Platz sechs in Las Vegas. Das reichte nicht, um die WM-Entscheidung zu vertagen.
Russell kontrolliert zum Sieg
Der alte und neue Weltmeister konnte seinen langjährigen Rivalen nicht lange halten. Russell hatte an der Spitze alles im Griff und konnte es sich erlauben, etwas an Fahrt rauszunehmen. Verstappen steuerte nur noch auf Kurs WM-Titel. In Runde 41 ging zuerst Carlos Sainz und fünf Umläufe später Charles Leclerc am Red-Bull-Piloten vorbei.
Erst auf Platz sechs trudelte Lando Norris ein. Der McLaren-Mann verlor in Las Vegas seine allerletzte Chance, um Kumpel Verstappen den Titel noch streitig zu machen. Kurz vor Schluss beorderte sein Team ihn noch an die Box, um den Extra-Punkt für die schnellste Runde einzusacken. Im WM-Kampf gegen Ferrari bei den Konstrukteuren war das ein cleverer Schachzug. McLaren liegt zwei Rennen vor Schluss 24 Zähler vor der Scuderia. Oscar Piastri wurde Siebter im zweiten McLaren.
Hülkenberg lässt Haas jubeln
Haas hatte nach dem Grand Prix von Las Vegas allen Grund zur Freude. Nico Hülkenberg steuerte seinen Haas auf den achten Platz. Die vier WM-Punkte sorgten dafür, dass das US-Team Alpine vom sechsten Rang bei den Konstrukteuren verdrängte.
Die Franzosen hatten im Zocker-Paradies Pech. Der von P3 gestartete Pierre Gasly schied mit Motorschaden aus. Esteban Ocon wurde Vorletzter, nachdem er mit dem Toro Rosso von Liam Lawson kollidiert war. Die Top-Ten komplettierten Yuki Tsunoda (Toro Rosso) und Sergio Perez der in seinem Red Bull nach Startplatz 15 immerhin noch einen Punkt holen konnte.
Mit der gefallenen WM-Entscheidung bei den Fahrern bleibt nur noch die Frage offen, wer sich den Titel bei den Herstellern sichern wird. In Katar (30.11.) hat McLaren den ersten Matchball.