Carlos Sainz beschenkte sich zu seinem 150. Formel-1-Rennen selbst. Der Ferrari-Pilot startet zum ersten Mal in seiner Karriere vom ersten Startplatz. Mit einer Zeit von 1.40,983 Minuten verwies er seine härtesten Konkurrenten Max Verstappen und Charles Leclerc auf die Plätze.
Stehendes Wasser auf der Strecke
Die Bedingungen waren für den Spanier dabei alles andere als einfach. Das gesamte Qualifying über wechselten die Gripverhältnisse. Mal regnete es stärker, mal etwas weniger. Der Intermediate-Gummi war der Reifen der Wahl in allen drei Quali-Abschnitten.
"Es war eine gute Runde, aber ich hatte Probleme mit den Intermediates bei dem stehenden Wasser auf der Strecke", sagte Sainz. "Man hatte schnell Rutscher drin und es war nicht einfach, Temperatur in die Reifen zu bekommen. Die Pole Position ist ein bisschen eine Überraschung."
Verstappen galt als Favorit
Das wird auch Verstappen so unterschreiben. Denn der Red-Bull-Pilot sah mit seinen Bestzeiten in Q1 und Q2 wie der Favorit aus. Doch am Ende fehlten 0,072 Sekunden auf Sainz. "Es war ein schwieriges Quali", meinte Verstappen. "Du musstest zur richtigen Zeit auf der Strecke sein. Es war ein bisschen eine Lotterie. Auf meiner letzten Runde wurde ich etwas von einer gelben Flagge aufgehalten. Aber wir haben ein gutes Auto im Trockenen und im Nassen."

Auch Charles Leclerc hatte sich sicher mehr als Platz drei ausgerechnet, zumal der Ferrari F1-75 ja das Potenzial hatte. Er war derjenige, der die gelbe Flagge auslöste, an der Verstappen festhing. "Ich bin happy für Carlos. Ich habe in der letzten Runde nicht alles zusammenbekommen", sagte der WM-Dritte, dem 0,315 Sekunden auf den Stallrivalen fehlten. Neben ihm startet Sergio Perez im Red Bull aus der zweiten Reihe.
Latifi in Q3
Dahinter teilen sich Lewis Hamilton im Mercedes und Lando Norris im McLaren die dritte Startreihe. Hamilton klagte zwischenzeitlich über Vibrationen der Intermediate-Reifen. Für McLaren ist der sechste Platz sicher ein kleiner Erfolg.
Fernando Alonso belegte im Alpine den siebten Rang vor George Russell im Mercedes. Guanyo Zhou lieferte im Alfa-Sauber eine respektable Vorstellung mit Platz neun ab.
Eine kleine Sensation ist der zehnte Platz von Nicholas Latifi. Der Williams-Pilot schaffte es mit der alten Version des Autos in den dritten Quali-Abschnitt, während Alex Albon mit der B-Version auf Rang 16 im Q1 strandete. Für Latifi gab es in der Box eine Runde Beifall von den Mechanikern und den Ingenieuren.

Ocon hinter Erwartungen zurück
Dagegen mussten andere Kandidaten ihre Hoffnungen frühzeitig begraben. Pierre Gasly blieb im Alpha Tauri nur Platz 11 vor Valtteri Bottas im Alfa-Sauber. Yuki Tsunoda reihte sich dahinter im Alpha Tauri ein. Daniel Ricciardo holte im Gegensatz zu Teamkollege Norris nicht das ganze Potenzial aus dem McLaren heraus und wurde nur 14. Ebenfalls enttäuscht dürfte Esteban Ocon von Rang 15 sein. Denn Alpine hatte sich Regen gewünscht und war mit dem neuen Update am Auto zuversichtlich.
Schon der erste Quali-Abschnitt bot Drama pur. Wenige Minuten vor Beginn der Session fing es an, aus Eimern zu schütten. Alle Piloten gingen mit Intermediate-Reifen auf die Bahn. Mit der Zeit trocknete die Strecke aber immer mehr ab und die Zeiten purzelten im Sekundentakt. Am Ende war es ein knallharter Schlagabtausch, bei dem es um wenige Zehntel ging, wer den Sprung in den zweiten Quali-Abschnitt schafft.
Team Deutschland in Q1 raus
Unter den Kandidaten, denen das nicht gelang, war auch Team Deutschland. Die Segel vorzeitig streichen mussten neben dem erwähnten Alex Albon auch Kevin Magnussen (Haas), Sebastian Vettel (Aston Martin), Mick Schumacher (Haas) und Lance Stroll (Aston Martin).