Hätte Verstappen ohne Defekt gewonnen?
Als neutraler Fan wusste man nach dem Australien-Grand-Prix nicht, ob man sich freuen oder ärgern sollte. Was Spannung und Abwechslung angeht, war der Ausfall von Max Verstappen sicher gut. Doch Red Bull schien auch ohne den frühen Bremsdefekt verwundbar. Und Carlos Sainz präsentierte sich 16 Tage nach seiner Blinddarm-Operation von Jeddah in absoluter Bestform. Die Zuschauer wurden möglicherweise um ein heißes Duell gebracht.
Sergio Perez fehlten im Ziel 56 Sekunden auf das Siegerauto. Allerdings muss man hier anfügen, dass der Mexikaner im letzten Renndrittel an Performance verlor, weil sich ein Abreißvisier von Fernando Alonso in den Unterbodenkanälen verklemmt hatte. Helmut Marko glaubt, dass Verstappen die Ferrari zumindest hätte herausfordern können.
Doch die Probleme der Dauersieger waren nicht zu übersehen. Starkes Graining an der Vorderachse bremste beide Red Bull. Die Fahrer klagten immer wieder über Untersteuern. Verstappen verlor im Freitags-Longrun acht Zehntel pro Runde auf Leclerc und sechs Zehntel auf Norris. Die Ingenieure bauten über Nacht das Setup um. Ohne Erfolg. Auch der Longrun im dritten Training versprach keine Besserung.
"Wir haben uns die Reifen von Max danach angeschaut, und sie sahen ziemlich kaputt aus", verrät McLaren-Teamchef Andrea Stella. Immerhin reichte es, um im Qualifying die Pole Position einzufahren. Doch im Rennen hätten Verstappen wohl die gleichen Probleme wie Perez eingeholt, wenn vielleicht auch etwas abgeschwächt.
Dieser Typ Rennstrecke in Verbindung mit Pirellis weichen Reifenmischungen ist aus Sicht von Red Bull der schlimmstmögliche Cocktail. Im Albert Park werden die Vorderreifen härter belastet als die Hinterreifen. Der glatte Asphalt fördert das Graining. Ferrari und McLaren kamen damit besser klar. Ein ähnlicher Charakter machte Red Bull schon letztes Jahr in Las Vegas das Leben schwer.