Bahnt sich in Melbourne das dritte direkte Duell der alten Kart-Rivalen Charles Leclerc und Max Verstappen an? Nach den Eindrücken des zweiten Trainings scheinen die beiden Speerspitzen von Ferrari und Red Bull wieder ganz dicht zusammen zu liegen. Nachdem Verstappen den letzten Zweikampf im Jeddah noch für sich entscheiden konnte, scheint jetzt wieder Leclerc die Nase vorne zu haben.
Der Monegasse drehte in 1:18.978 Minuten die schnellste Runde. Sonst kam niemand unter die 1.19er Marke. Verstappen fehlten bei seinem schnellsten Umlauf zweieinhalb Zehntel auf den direkten Rivalen. Von außen hatte es den Anschein, als könne Ferrari die guten Zeiten einfacher aus dem Ärmel schütteln als die Konkurrenz von Red Bull.
Zu diesem Eindruck passten auch die Funksprüche von Verstappen, der sich mit dem Handling seines Autos überhaupt nicht zufrieden zeigte und zwischendurch immer mal wieder neben der Ideallinie unterwegs war. Vor allem in den schnellen Kurven machte der RB18 nicht das, was der Pilot erwartete.
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Alpine geigt groß auf
Rang drei sicherte sich Carlos Sainz, der in der ersten Session noch ganz vorne lag. Der Spanier brach seine Quali-Simulationen auf den weichen Reifen etwas früher ab als sein Teamkollege. Man hatte das Gefühl, dass Sainz vielleicht noch nicht alles gezeigt hatte. Der Rückstand von vier Zehnteln auf das Schwesterauto ist sicher nicht repräsentativ.
Überraschend stark geigte Fernando Alonso im Alpine auf. Der Routinier reihte sich nur anderthalb Zehntel hinter seinem Landsmann auf Platz vier ein. Esteban Ocon unterstrich auf Platz sechs die gute Form des Alpine in Melbourne. Die beiden Equipe-Piloten nahmen den zweiten Red Bull von Sergio Perez ins Sandwich.
Alpine hat sich damit etwas vom restlichen Mittelfeld abgesetzt, das von Valtteri Bottas angeführt wird. Der Finne lag auf Rang sieben knapp vor Lando Norris, Pierre Gasly und Daniel Ricciardo. Der schnellste Mercedes findet sich erst auf Position 11 im Klassement wieder. George Russells Rückstand von mehr als 1,2 Sekunden auf die Spitze dürfte den Verantwortlichen im Werksteam Sorgen bereiten.
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Fehlstart für Schumi und Vettel
Lewis Hamilton kam mit anderthalb Sekunden Rückstand gar nur auf Rang 13. In Melbourne scheint für das Silberpfeil-Team wieder nur Schadensbegrenzung angesagt. Auch Haas hatte am Freitag zu kämpfen. Kevin Magnussen und Mick Schumacher reihten sich im Hinterfeld auf den Plätzen 16 und 18 ein. Die Balance passte einfach nicht. Daran konnte auch ein neuer Unterboden nichts ändern.
Mit Sebastian Vettel erlebte auch der zweite deutsche Pilot im Feld einen Fehlstart. Nach dem Motorproblem in der ersten Sitzung versuchten die Aston-Martin-Mechaniker das Triebwerk noch rechtzeitig zur zweiten Session zu tauschen. Am Ende reichte es aber für den Heppenheimer nicht für eine Teilnahme.
Dazu erwartet Vettel auch noch Ärger von den FIA-Kommissaren. Er hatte sich nach seinem ungeplanten Stopp am Ende der Auftaktsitzung einen Scooter von einem Streckenposten ausgeliehen. Mit dem Moped war er nach dem Abpfiff auf der Rennstrecke zur Box gefahren. Das war aber mit der Rennleitung nicht abgesprochen. Die FIA leitetet prompt eine Untersuchung ein.