Erste Fotos vom GP Miami: Fake-Hafen ohne Wasser

Erste Fotos vom GP Miami
Fake-Yachthafen ohne Wasser

GP Miami 2022

Der Hype in Miami kennt keine Grenzen. Mitarbeiter an den Ticket-Hotlines berichteten nach dem Vorverkauf erstaunt, dass sie solch einen Andrang noch nicht einmal beim Super Bowl, dem großen Finalspiel der Football-Liga NFL, gesehen haben. Die Verbindung zum Football ist in Miami besonders groß. Gefahren wird auf einer 5,41 Kilometer langen Piste, die sich in 19 Kurven um das "Hard Rock Stadium" schlängelt. Hier laufen normalerweise die Miami Dolphins zu ihren Heimspielen auf. Vom Oberdeck der Arena lässt sich die komplette Strecke überblicken.

Um die Formel 1 nach Südflorida zu locken, zimmerten die Bauarbeiter nicht einfach nur ein Asphaltband auf den Parkplatz. Das Gelände rund um das Stadion wurde einmal komplett umgestaltet. So hat das neu entstandene "Miami International Autodrome" gleich mehrere Attraktionen zu bieten. Dazu gehört zum Beispiel eine Seilbahn mit geschlossenen Gondeln, in denen die Fans über der Strecke schweben und die Autos von oben sehen können.

Impressionen - Formel 1 - GP Miami 2022
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Zehn Yachten im Trockendock

Um dem Kurs etwas Atmosphäre zu verleihen, wurde dazu auch noch ein künstlicher Hafen angelegt. Zehn echte Luxus-Yachten wurden per Kran in die Fake-Marina gehievt. Statt Wasser wurde eine blaue Folie ausgelegt, die nur aus weiter Entfernung etwas nach Atlantik aussieht. Dazu gibt es auch noch einen Party-Bereich mit Strand und Pool. Hier sogar mit echtem Wasser.

Natürlich haben sich auch schon einige Super-VIPs angemeldet, wie zum Beispiel die Sport-Stars Michael Jordan, Dan Marino, LeBron James, David Beckham sowie die Williams-Schwestern. Aus der Welt des Showbusiness werden sich unter anderem Pharrell Williams, Wyclef Jean oder James Corden an der Strecke blicken lassen.

NFL-Superstar Tom Brady nahm schon am Mittwoch Kontakt zur Königsklasse auf. Der Quarterback der Tampa Bay Buccaneers spielte für den guten Zweck eine Partie Golf mit Lewis Hamilton. Für eine komplette 18-Loch-Runde blieb aber keine Zeit. So gab es am Ende nur einen kurzen Vergleich, wer den längsten Abschlag und die präziseren Annäherungsschläge hat.

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Strecke soll Action garantieren

Am Glamour-Faktor wird es also nicht scheitern. Die Frage lautet eher, ob auch die Show auf der Piste mithalten kann. "Beim Design der Strecke stand gutes Racing an oberster Stelle", betont Charles Metcalfe, der bei der britischen Firma Apex Circuit Design von Anfang an in die Planungen des neuen Grand-Prix-Kurses involviert war.

Insgesamt entwarfen die Experten 75 verschiedene Layouts, von denen dann 36 in Computer-Simulationen auf maximale Action getestet wurden. "Wir wollten die Fahrer und die Teams vor eine Herausforderung stellen. So gibt es viele unterschiedliche Kurventypen, die nicht zu jeder Abstimmung passen dürften", verspricht Metcalfe.

Im Gegensatz zu den meisten Traditionsstrecken wird in Miami gegen den Uhrzeigersinn gefahren. Im ersten Sektor sind einige schnelle S-Kurven eingebaut. Hier brauchen die Piloten ein gut ausbalanciertes Auto. Richtig interessant wird es aber erst im Mittelsektor zwischen der lang gezogenen Linkskehre (T6–T8) und der ersten guten Überholstelle in Turn 11. Hier sind zwar noch zwei weitere Kurven in den Plan eingezeichnet, der Gasfuß muss aber nicht gelupft werden.

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Top-Speed 320 km/h

"Es ist gut vorstellbar, dass sich die Autos hier enge Duelle liefern werden", hofft Metcalfe. Danach folgt der langsamste Teil mit vielen engen Ecken, die unter einer Autobahnrampe hindurchführen. Hier ist eine gute Traktion gefragt. Nach Auskunft der Designer sollen unterschiedliche Kurvenprofile und wechselnde Gripverhältnisse Fehler provozieren.

Wer in dieser Passage aus dem Tritt kommt, verliert auf der folgenden 1,2 Kilometer langen Geraden viel Zeit. Den Simulationen nach erreichen die Autos auf der langen Vollgaspassage Topspeeds von mehr als 320 km/h. Insgesamt soll es drei DRS-Zonen geben. Die Durchschnittsgeschwindigkeit wurde mit mehr als 200 km/h errechnet. Angepeilt wurde eine Rundenzeit von 1.35 Minuten.

In der Galerie zeigen wir die ersten Bilder von der Piste in Miami.