Nur eine Woche nach dem Texas-Shooutout steht in Mexiko direkt das nächste Highlight der Formel-1-Saison auf dem Programm. Der WM-Endspurt spitzt sich immer weiter zu. Fehler kann sich jetzt keiner mehr erlauben. In Mexiko sind Fehler aber schnell mal passiert. Das Autodromo Hermanos Rodriguez bringt Mensch und Material an seine Grenzen.
Das wurde schon am Trainingsfreitag klar. Gleich drei Mal mussten rote Flaggen geschwenkt werden. Drei Autos wurden so schwer beschädigt, dass sie es nur noch per Abschlepper an die Boxen schafften. Im ersten Training erwischte es Alex Albon und Ollie Bearman, die sich in den schnellen S-Kurven gegenseitig in die Quere kamen. Im zweiten Training stopfte George Russell seinen Silberpfeil in die Bande.
Auch am Qualifying-Samstag kam kaum ein Fahrer fehlerfrei über die Runden. Liam Lawson legte schon im dritten Training einen Dreher im Stadion auf den Asphalt. Teamkollege Yuki Tsunoda schmiss den Toro Rosso in der zweiten Quali-Runde in die Bande. Mit Oscar Piastri und Sergio Perez gab es im Q1 zwei prominente Opfer. Am Ende sicherte sich Carlos Sainz die Pole – vor Max Verstappen und Lando Norris.
Im Rennen krachte es direkt nach dem Start. Wieder war es Tsunoda, der für Schrott sorgte. Beim 768 Meter langen Sprint auf Kurve 1 legte sich Tsunoda auf der Außenbahn mit Alex Albon an. Der Williams konnte nicht nach innen ausweichen. So war das Rennen für beide früh beendet. In den 71 Rennrunden lieferten sich Norris und Verstappen wieder mal Duelle am und über dem Limit. Am Ende gewann wieder ein Ferrari. Der Renner von Carlos Sainz wurde feierlich auf die Bühne im Stadion gehoben.

Der Ferrari wirkt in Mexiko wie aufgeschlitzt. An der guten Pace änderte sich aber nichts.
Autos mit Extrem-Aero
Im Rennen müssen die Teams ein besonderes Augenmerk auf das Thema Kühlung werfen. Die dünne Luft 2.240 Meter über Meereshöhe sorgt jedes Jahr wieder für Kopfschmerzen bei den Ingenieuren. Die normalen Aero-Pakete funktionieren hier nicht. Es droht die Überhitzung von Antriebskomponenten und den Bremsen.
Die Techniker reagieren, indem sie die Carbonkleider mit Öffnungen versehen, um die heiße Luft nach außen zu transportieren. Dabei wird normalerweise die Motorhaube im hinteren Bereich rund um den Auspuff ausgeweitet. Bei Ferrari konnte man schon am Donnerstag erkennen, dass riesige Schlitze seitlich in die Haube geschnitten wurden.
Zu Mexiko gehören aber nicht nur spezielle Aero-Pakete, sondern auch eine große Party drumherum dazu. Das ganze Land feiert parallel zum Rennwochenende den Tag der Toten. Auch das Formel-1-Fahrerlager gleicht hier immer einer Geisterbahn. An jeder Ecke warten gruselig geschminkte Schauspieler, um den Rennfahrern aufzulauern.