Der Baku City Circuit ist kein gewöhnlicher Stadtkurs. Das 6,003 Kilometer lange Asphaltband mixt langsame Kurven, meist im 90-Grad-Winkel, mit langen Geraden. In Baku wartet auf die Autos das längste Vollgasstück der Saison. Es liegt auf der Zielgeraden und ist über zwei Kilometer lang. Dort liefern sich die Piloten für gewöhnlich Windschattenschlachten.
Der Mix verlangt nach Kompromissen bei der Fahrzeugabstimmung. In jedem Fall bestücken die Mechaniker die Autos mit deutlich kleineren Flügeln als zuletzt in Monaco. Im Fürstentum gibt es schließlich keine wirklich langen Geraden. Dort war maximaler Abtrieb gefragt. In Baku ist das anders.

Nur zwei Gewinner-Teams in Baku
Die Frage ist, wie viel Abtrieb die Teams zugunsten eines günstigeren Luftwiderstands und mehr Topspeed opfern. Mit kleinem Heckflügel und Beam Wing ist man zwar schneller auf den Geraden, leidet dafür allerdings stärker in den verwinkelten Ecken. Was auch auf die Pirelli-Reifen geht. Am Donnerstag (9.6.2022) waren bereits verschiedene Fraktionen auszumachen. Ferrari und Haas scheinen eher größere Flügel zu bevorzugen.
Red Bull, Mercedes, Alfa Romeo, Alpha Tauri und besonders Aston Martin und Alpine nehmen dagegen deutlich Flügelfläche weg. Die Teams werden in den Trainings nach dem richtigen Weg suchen. Da kann es noch zu Änderungen kommen. Fest steht, dass einige Mannschaften für den achten Saisonlauf streckenspezifische Updates aufgelegt haben. Zum Beispiel Alpine und Alfa Romeo mit ihren geänderten Heckflügeln.
Mercedes ist mit drei Siegen das erfolgreichste Team in Baku. Gefolgt von Red Bull mit zwei Erfolgen. Sonst hat kein anderes Team hier in der Vergangenheit gewonnen. Für die Truppe um Max Verstappen und Sergio Perez wird es auf dem schnellen Stadtkurs am Kaspischen Meer darum gehen, die Probleme mit dem DRS endgültig hinter sich zu lassen, die Red Bull in Barcelona befallen hatten.
Ferrari hat andere Sorgen. Seit vier Rennen rennt die Scuderia ihrem Hauptrivalen hinterher. Für Charles Leclerc wird es langsam Zeit, Red Bulls Serie zu stoppen. Wir haben den Mechanikern am Donnerstag (9.6.2022) bei der Arbeit über die Schultern geschaut und jede Menge Technik-Bilder geschossen. Das Wetter zeigte sich bei rund 28 Grad Celsius, Sonnenschein und leichtem Wind von der besseren Seite.