Zu Beginn des Jahres hatte noch alles nach einer spannenden Saison ausgesehen. Charles Leclerc hatte in den ersten drei Rennen einen Vorsprung von 46 WM-Punkten auf Max Verstappen angehäuft. Doch seitdem ging bei Ferrari vieles schief. Und bei Red Bull lief fast alles optimal. Bei mittlerweile 116 Punkten Differenz zwischen den beiden WM-Rivalen kann von Spannung längst keine Rede mehr sein.
Verstappen feierte in Monza den fünften Sieg in Folge. Seit Paul Ricard ließ der Weltmeister der Konkurrenz gar nichts mehr übrig. Auch Startplatzstrafen konnten Verstappen nicht einbremsen. Umso erstaunlicher ist, dass es Teamkollege Sergio Perez im gleichen Zeitraum und mit gleichem Material nur ein einziges Mal aufs Podium schaffte. Die Punktebilanz von 127 zu 59 spricht eine deutliche Sprache.
Die einzig spannende Frage lautet nun, wann Verstappen den Weltmeister-Titel offiziell macht. In den letzten sechs Rennen kann ein Pilot maximal 164 Punkte sammeln – fünf Mal werden 26 Punkte vergeben, beim Sprint-Event in Sao Paulo sind 34 Zähler drin. Soll die große Party schon in Singapur steigen, müsste Verstappen also mit 138 Punkten Vorsprung abreisen. Grundvoraussetzung für die vorzeige Titelverteidigung wäre also auf jeden Fall der sechste Sieg in Folge.

Meisterfeier wohl erst in Suzuka
Auf Leclerc müsste Verstappen mindestens 22 Punkte gutmachen. Der Monegasse würde also schon mit einem achten Platz die Feier verhindern. Sollte die Ferrari-Speerspitze tatsächlich auf Rang neun ins Ziel kommen, oder noch schlechter abschneiden, kommt es auch noch auf das Ergebnis von Perez an. Dem Mexikaner würde ein vierter Platz reichen, um die rechnerische Chance auf den Titel zu behalten.
Diese Kombination von Ergebnissen gab es diese Saison nicht ein einziges Mal. Es ist deshalb sehr unwahrscheinlich, dass Verstappen schon in Singapur durch wäre. In Suzuka eine Woche später sieht die Sache ganz anders aus. Nach dem Japan-Grand-Prix würden schon 112 Punkte Vorsprung zum Titel reichen. Verstappen könnte gegen Leclerc in den nächsten zwei Rennen damit sogar vier Punkte einbüßen und sich trotzdem beim Honda-Heimspiel zum zweifachen Champion krönen lassen.
In den Crazy Stats haben wir noch mehr interessante Fakten für Zahlenfreunde gesammelt. Vor allem das Debüt von Nyck de Vries sorgte für einige kuriose Statistiken. Wer war der letzte Pilot, der an einem Rennwochenende für zwei verschiedene Teams fuhr? Wer ging zuletzt mit der Startnummer 45 in einen Grand Prix? Und welcher Fahrer konnte zuletzt bei seinem F1-Debüt punkten? In der Galerie verraten wir es Ihnen!