Cadillac-Vorbereitungen: Vorsprung im Windkanal?

Vorbereitung auf Formel-1-Einstieg
Hat Cadillac einen Windkanal-Vorsprung?

Dieses Formel-1-Projekt hatte es nie leicht. Was mit der Bewerbung von Andretti Global im Februar 2023 begann, brauchte zwei Jahre bis zur finalen Zulassung. Dazwischen schwankte der Antragsteller zwischen Hoffen und Bangen. Anfang 2024 empfahl das Formel-1-Management Andretti höhnisch, es doch 2028 noch einmal zu versuchen.

Da war das Unternehmen bereits zum Werkseinsatz von General Motors unter der Flagge von Cadillac erklärt worden. Doch erst Andrettis Beschwerde beim US-Kongress wegen eines Verstoßes gegen das Kartellrecht brach das Eis. Man einigte sich auf einen gesichtswahrenden Kompromiss. Plötzlich fanden alle das Bekenntnis von General Motors zur Formel 1 ganz toll. Am 7. März gab die FIA ihren finalen Segen.

Die zwei Jahre im Untergrund verstrichen nicht ungenutzt. Seit Herbst 2023 leistet eine ständig wachsende Gruppe von Ingenieuren, Modellbauern, Finanzexperten und Managern Vorarbeit für ein Team und ein Auto, das 2026 debütieren soll. Es war lange eine Reise ins Nirgendwo, wie Direktoriums-Mitglied Mario Andretti erklärt: "Solange wir nicht die Zusage hatten, trieb uns nur der Glaube, dass alles gut ausgeht. Jetzt wissen alle, dass sie für etwas arbeiten, das 2026 am Start steht."

Andretti Global - F1-Headquarter Silverstone 2024
Andretti

Audi als Konkurrent auf dem Arbeitsmarkt

Das Cadillac-Formel-1-Team verteilt sich auf vier Standorte. Hauptsitz ist in Fishers bei Indianapolis, wo derzeit eine hochmoderne Rennfabrik entsteht. In der Europa-Filiale in Silverstone entwickeln die Ingenieure das erste Formel-1-Auto des amerikanischen Autokonzerns. Ihr Windkanal steht bei Toyota in Köln. In Charlotte sitzt die Motorenabteilung von General Motors. Dort soll irgendwann ein eigener Formel-1-Motor konstruiert und gebaut werden.