Aston Martin hat aus den letzten beiden Rennen sechs Punkte geholt. Fernando Alonso schrieb zwei Nullrunden. In Austin sind beide Aston Martin aus der Boxengasse gestartet, in Mexiko einer. In beiden Rennen waren die Autos mit unterschiedlichen Unterböden und Setups unterwegs. Der neue Boden, der in Austin debütierte, funktionierte nicht auf Anhieb. Deshalb wurde der alte wieder ausgepackt.
In Austin warteten alle Arten von Kurven und Bodenwellen auf die Fahrer, in Mexiko hauptsächlich langsame Ecken und ein ebener Belag. Während die Aston Martin in Austin nach dem Umbau der Abstimmung am Sonntag das Tempo der Spitze halten konnten, fuhren die grünen Autos in Mexiko von Anfang bis Ende hinterher.

Aston Martin will sich mit einem neu zusammengesteckten Unterboden in Brasilien verbessern.
Keine Experimente wegen Sprint-Format
Danach rauften sich die Ingenieure die Haare: Passten die Böden nicht zur Strecke, war an der Neukonstruktion im Prinzip etwas faul, oder hatte man sich einfach mit dem Setup vergriffen? Fernando Alonso verrät: "Die Autos sind sehr komplex. Das gilt auch für die Abstimmung. Der Speed ist generell da. Das haben wir in Austin gesehen. Deshalb sind wir nicht nervös. Wir müssen nur alles richtig zusammenbringen, dann können wir so gut sein wie in Katar, wo wir uns für den vierten Startplatz qualifiziert haben und ich trotz eines Fehlers Sechster wurde."
Die Datenanalyse hat ergeben, dass die beiden Aerodynamik-Pakete ihre Stärken und Schwächen haben, die sich je nach Strecke, Bodenbeschaffenheit und Kurventyp unterschiedlich auswirken. Deshalb haben die Ingenieure diesmal eine Kombination aus beiden Unterboden-Spezifikationen gewählt, was bei der Patchwork-Bauweise der Bodenplatten heute kein Problem mehr ist. "Wir haben einen klaren Plan, wie wir das Wochenende angehen werden und uns wegen des Sprint-Formats auf keine Experimente einlassen", kündigte Alonso an.
Die Angst vor der Qualifikation
Alonso erinnert alle im Team daran, dass viel von einer perfekten Abwicklung des Wochenendes abhängt, um wieder zurück auf die Erfolgsspur zu kommen. "Das Feld ist so eng zusammen, dass kleinste Fehler dich hart treffen können. Am Anfang der Saison wären wir bei einem Verlust von einem Zehntel immer noch Fünfter gewesen. Jetzt verlierst du dadurch drei bis fünf Plätze in der Startaufstellung."
In der ersten Saisonhälfte hatte der Spanier viel öfter freie Fahrt. Die Red Bull an der Spitze waren schnell verschwunden, der Rest des Feldes reihte sich hinter dem Auto mit der Startnummer 14 ein. "Wenn du mitten im Feld fährst wie wir jetzt, dann funktioniert die Aerodynamik nicht mehr so wie bei freier Fahrt, und die Reifen verschleißen schneller."
Alonso wünscht sich wegen der jüngsten Ergebniskrise ein normales Wochenende mit stabilem Wetter. "In unserer Lage brauchen wir Bedingungen, die uns helfen, das Auto besser zu verstehen." Die Überraschung könnte diesmal nicht das Wetter, sondern die Angst um die Abnutzung der Skidblocks liefern.
Alonso glaubt, dass die Teams nach den Disqualifikationen von Austin sich konservativer bei der Bodenfreiheit entscheiden werden: "Bei Sprint-Wochenenden ist es sehr schwer, den Verschleiß vorherzusagen. Alpine musste in Baku aus der Boxengasse starten, weil sie sonst das Rennen nicht geschafft hätten. Die Red Bull mussten aus dem gleichen Grund in Spa in Eau Rouge vom Gas. Und in Austin hätte es wahrscheinlich mehr Autos erwischt, wenn sie alle Autos geprüft hätten."