Modellpflege für den VW-Luxusliner
Die Qualitäten des VW Phaeton waren bislang unbestritten, doch die Luxuslimousine kam bei der angepeilten Zielgruppe nicht besonders gut an – es fehlt schlicht an Image. Daran wird das Facelift kaum etwas ändern können. Gut gerüstet für ihre letzten drei Lebensjahre ist die High-End-Limousine nun aber allemal. auto motor und sport hat den neuen Luxusliner für den ersten Fahrbericht bereits gefahren.
Plopp, die Tür ist zu. Wer es sich hinter dem Steuer eines VW Phaeton gemütlich macht, dem wird schnell klar: Ein Volkswagen im wörtlichen Sinn kann das nicht sein. Das wird auch künftig so bleiben.
Stärkster VW Phaeton leistet 450 PS
In drei Jahren kommt die zweite Phaeton-Generation, sie basiert auf dem modularen Längsbaukasten des Konzerns. Das ermöglicht zudem den wirtschaftlichen Einsatz moderner Motoren. Mit der aktuellen Modellpflege war das nicht möglich – „zu teuer“, wie ein Manager kommentiert. Es bleibt also bei den vier bekannten Triebwerken. Die Leistungsspanne reicht im VW Phaeton von 280 PS (3.6 V6 FSI) bis 450 PS (6.0 W12). Dazwischen rangieren der V8-Benziner mit 335 PS sowie der vor allem in Europa beliebte V6 TDI (240 PS).
Dem V6-Motor im Phaeton mangelt es an Kraft
Größter Favorit im bedeutendsten Absatzmarkt China ist der V6 FSI, der für eine erste Ausfahrt mit dem VW Phaeton zur Verfügung stand. Außerhalb geschlossener Ortschaften wird schnell klar, dass der Direkteinspritzer nicht jene Souveränität vermittelt, die man in dieser Klasse erwartet – angesichts von überschaubaren 370 Newtonmeter Drehmoment bei 3.500/min kein Wunder. Zum Vergleich: Der Diesel liefert 500 Nm, und zwar 2.000 Umdrehungen früher. Zudem kostet der Selbstzünder mit 66.500 Euro nicht unerhebliche 4.700 Euro weniger.
Doch zurück zum Benziner. Solange er nicht gefordert wird, ist er kaum zu hören. Vom Kickdown fühlt er sich hörbar belästigt, angestrengtes Knurren dringt ins edle Interieur. An der Sechsstufen-Automatik gibt es dagegen nichts auszusetzen, sie wechselt die Fahrstufen schnell und sanft. Dazu passt die komfortabel Fahrwerksabstimmung, bei der sich eine Luftfederung um größtmöglichen Komfort bemüht. Das hohe Niveau einer Mercedes S-Klasse erreicht der VW Phaeton damit zwar nicht, kommt aber nahe heran.
VW Phaeton wirkt hochwertiger als ein Mercedes
Innen wirkt der VW Phaeton, der für unseren Fahrbericht zur Verfügung steht, deutlich hochwertiger als der Schwabe, was allerdings auch am besonders üppig ausstaffierten Testwagen lag. Gegen Aufpreis umgeben Edelhölzer als Meterware und weiches Leder in allen Ecken die Passagiere. Der Fahrer kann darüber hinaus auf neue und überarbeitete Assistenzsysteme zurückgreifen. Allen voran: Das aus dem VW Touareg bekannte, adaptive Fahrlicht. Die Bixenon-Scheinwerfer sind meist aufgeblendet, Gegenverkehr und vorausfahrende Verkehrsteilnehmer werden von einer Kamera erfasst, die den Lichtkegel entsprechend reguliert. Vereinfacht gesagt, werden andere Fahrzeuge einfach ausgeblendet.
Auf langen Reisen mit tempobeschränkten Straßen, aber auch bei dichtem Verkehr erweist sich der Abstandsregeltempomat als echte Hilfe, der nun selbsttätig den Phaeton bis zum Stillstand abbremst. Der aus VW Touran und VW Golf bekannte, trickreiche Einparkassistent fehlt dagegen in der Aufpreisliste. „Dazu hätten wir eine neue Lenkung benötigt, was einer Fahrzeugneukonstruktion gleichkommt“, erklärt ein Entwickler. Macht nichts, 2013 ist es dann ja soweit.
Tabelle (techn. Daten)
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