So ändern sich die Zeiten: Jahrelang war der Turbodiesel nicht nur für kostenbewusste Vielfahrer erste Wahl. Mit seinem kräftigen Durchzug bei moderatem Aufpreis ließ er ähnlich starke Benziner auch unter sportlichen Aspekten alt aussehen. Doch seit immer mehr Hersteller auch Ottomotoren aufladen, holt der Benziner in der Gunst der Käufer wieder auf. Trotz reduziertem
Hubraum verspricht die Aufladung jede Menge Kraft bei gemäßigtem Verbrauch.
VW Passat : 122 PS aus 1,4 Litern Hubraum
Dank einer Zwangsbeatmung von 0,8 bar schöpft schon der kleinste TSI im VW Passat aus nur 1,4 Liter Volumen 122 PS und stramme 200 Nm Drehmoment. Zusätzliche TSI-Varianten mit 160 und 200 PS lassen weitere Luft nach oben. Das Blue Motion Technology genannte Spritspar-Paket bietet VW hingegen nur für den Basis-Turbo an. Neben einem Start-Stopp-System beinhaltet das 550 Euro teure Maßnahmenbündel rollwiderstandsoptimierte Reifen, eine längere Übersetzung der Gänge vier bis sechs, Bremsenergie-Rückgewinnung über eine lastabhängige Lichtmaschinensteuerung sowie Aerodynamik-Feinschliff an Kühlergrill und Unterboden.
Der VW Passat kann unter acht Litern verbrauchen
Die verbesserte Windschnittigkeit bewirkt eine um zwei km/h erhöhte Spitzengeschwindigkeit. Wichtiger jedoch: Mit einem Normverbrauch von 6,1 Liter unterbietet der Passat mit Blue Motion Technology seine Ausgangsbasis um 0,6 Liter/100 km. Über die Spritkosten amortisiert sich die Mehrinvestition damit nach rund 65.000 km. Hinzu kommen 34 Euro weniger Steuern im Jahr durch den geringeren CO2-Ausstoß und ein voraussichtlich höherer Wiederverkaufswert. Auch wenn sein Verbrauch von neun Litern im Fahrbericht nicht mehr ganz so respektabel klingt: Bei zurückhaltenderer Fahrweise und nicht ganz so frostigen Temperaturen begnügt er sich mit weniger als acht Liter/100 km.
Das Start-Stopp-System arbeitet ohne Einschränkungen
Umso erfreulicher, da der Saubermann zu keinen Abstrichen zwingt. Mit vollem Drehmoment zwischen 1.500 und 4.000/min schiebt der Bonsai-Turbo den knapp 1,5 Tonnen schweren Variant bereits auf den ersten Metern kraftvoll an. Zudem fördert sein breit nutzbares Drehzahlband niedertouriges, schaltfaules Fahren. Auch das abschaltbare Start-Stopp-System arbeitet ohne Praxiseinschränkungen: Nimmt der Fahrer im Stand den Gang heraus, schaltet sich der 1,4-Liter selbst noch bei Temperaturen um den Gefrierpunkt ab, um beim Berühren der Kupplung mit nur minimalen Vibrationen wieder zu erwachen. Da vom Direkteinspritzer ohnehin fast nichts zu hören ist, bemerkt der Fahrer den Motor-Stopp oft erst beim Blick auf den Drehzahlmesser.
Der VW Passat Variant ist kein Sparmodell
Doch nicht nur beim Geräuschkomfort setzt der VW Passat Akzente. Auch nach fünf Jahren Bauzeit überzeugt er im Vergleich zu vielen jüngeren Konkurrenten mit üppigem Raumangebot für Passagiere und Gepäck, komfortabler Federung, sicheren Fahreigenschaften und agilem Handling. Allerdings gehört er nach wie vor zu den teureren Vertretern der Mittelklasse. So schlägt schon die Basisversion Trendline, die noch nicht einmal Radio oder Alufelgen enthält, mit 26.825 Euro zu Buche. Beim Testwagen mit Luxusoptionen wie Ledersitzen, Navigation oder Soundsystem für fast 40.000 Euro kann von einem Sparmodell ohnehin keine Rede mehr sein. Immerhin kombiniert der VW Passat Blue Motion Technology hohe Fahrkultur mit gutem Umwelt-Gewissen.
VW Passat Variant 1.4 TSI Sportline | |
Grundpreis | 27.925 € |
Außenmaße | 4774 x 1820 x 1517 mm |
Kofferraumvolumen | 603 bis 1731 l |
Hubraum / Motor | 1390 cm³ / 4-Zylinder |
Leistung | 90 kW / 122 PS bei 5000 U/min |
Höchstgeschwindigkeit | 200 km/h |
0-100 km/h | 10,7 s |
Verbrauch | 6,8 l/100 km |
Testverbrauch | 9,0 l/100 km |