Mercedes Vito im Fahrbericht: Modellpflege für den Transporter

Mercedes Vito im Fahrbericht
Modellpflege für den Transporter

Früher ist zurück. Der Vito ist ein Mercedes wie damals, als Daimler-Techniker fürchten, ein Fünfganggetriebes könne eine unzumutbare Komplizierung der Bedienung sein, und es noch keine konvex-konkaven Karosserieformen gibt - oder gar Designer, die sie erklären wollen.

Mercedes Vito verzichtet auf jeglichen Klimbim

Als Kombi schlägt der Mercedes Vito eine Brücke zwischen dem rustikalen Transporter und dem feineren, maximal siebensitzigen Mercedes Viano , kommt aber nur gegen Aufpreis mit Rückbänken. Mit acht Sitzen macht das bei der fünf Meter langen mittleren Version 36.169 Euro. Dazu alles, was an Airbags verfügbar ist, und eine Klimaanlage, dann bittet Untertürkheim um 38.505 Euro - nur rund 1.000 Euro weniger als für den edler ausgestaffierten Mercedes Viano Trend. Der kostet sogar gut 300 Euro weniger, bringt man beide auf dasselbe Ausstattungsniveau.

Doch gerade der Verzicht auf jeden Klimbim sorgt für den besonderen Reiz des Mercedes Vito, der mit pragmatischen Materialien und solider Verarbeitung nicht vor den robusteren Anforderungen eines Familienalltags zurückschreckt. Eine kleine Schonung frisch ausgegrabener Apfelbäume etwa verliert sich in den Tiefen des Laderaums. Nach dem Transport kurz über den Kunststoffboden feudeln - alles wieder sauber.

Mercedes Vito schlängelt sich handlich durch die Stadt

Neben dem enormen Platzangebot qualifiziert sich der Mercedes Vito mit bequemen Sitzen/Bänken und angenehmer Geräuschkulisse für lange Strecken. Ein paar Zentner Gepäck verbessern den unbeladen poltrigen Federungskomfort. Trotz der Größe schlängelt sich der Mercedes Vito handlich durch die Stadt, bewahrt selbst bei eiliger Fahrt seine hohe Fahrsicherheit - und seine nachvollziehbare Abneigung gegen jede Kurvendynamik.

Auch der 2,1-Liter-Diesel will nichts anderes sein, als er ist, schon akustisch hält ihn niemand für einen Benziner. 136 PS genügen für ordentliches Temperament, wobei sich der Fahrer des Mercedes Vito eifrig durch das hakelige Sechsganggetriebe rühren muss. Wenig erquicklich ist der Umgang mit dem Start-Stopp-System, das den Motor träge auf Touren bringt und zu häufigem Abwürgen beim Ampel-Restart führt. Vielleicht nur eine Abwehrhaltung des Mercedes Vito - so modernes Zeug wie Start-Stopp hat es früher bei Mercedes ja auch nicht gegeben.