Kia Stonic 1.0 T-GDI im Test(2017)

Kia Stonic 1.0 T-GDI im Fahrbericht
Der Kleinwagen-SUV für die Untreuen

Schick und schicker als der Konzernbruder

Kia Stonic 1.0 T-GDI
Wolfgang Groeger-Meier

Optisch ist der neue Stonic gelungen – die Proportionen stimmen aus allen Blickrichtungen und die frische Kia-Front wirkt richtig modern – da kann selbst der konzerneigene Konkurrent Hyundai Kona, der auf einer eigenen Plattform basiert, nicht ganz mithalten. Und da das Design laut Kia in diesem Segment der Schlüssel zum Erfolg ist, steht der lifestylebewussten Kundschaft eine Palette von neun Außenfarben in der Kombination mit vier verschiedenen Dachfarben zur Verfügung.

Was der designbewusste Käufer aber auch beim Stonic machen muss: Gepäck stemmen. Die Ladekante liegt hoch, was in dieser Wagenklasse allerdings keine Seltenheit ist. Dafür hat das Gepäck dank der umlegbaren Rückbank bis zu 1.155 Liter Platz – und es lässt sich dank des ebenen Ladebodens bequem nach vorne durchschieben. Bei aufrechter Rücksitzlehne passen 352 Liter ins Gepäckabteil des kleinen SUV.

Viel Platz und voller Assistenten

Im Stonic hat nicht nur das Gepäck Platz – auch große Insassen können sich über eine üppige Kopffreiheit und reichlich Schulterfreiheit freuen. Die Beine haben vorne viel Raum, hinten reicht es für große Insassen gerade mal so, wenn der Vordermann sich ein bisschen begnügt. Das Gestühl sitzt sich bequem, die Polsterung ist straff genug für die lange Strecke. Der Innenraum lässt sich zudem mit vier Color-Trimms auffrischen, allerdings erst ab der zweithöchsten Ausstattung „Vision“ – die preissensible Kundschaft der Einstiegs-Ausstattung Edition 7 verzichtet laut Kia am ehesten auf solche Innenraum-Ausstattungen.

Kia Stonic 1.0 T-GDI
Wolfgang Groeger-Meier

Apropos Ausstattung: Kia packt in den Stonic ordentlich was rein. Die Mittelarmlehne ist in dieser Wagenklasse selten und eine der beiden USB-Steckdosen sitzt am Ende der Mittelkonsole im Fond – eine Neuheit bei den B-SUV. Der Siebenzoll-Infotainment-Bildschirm am oberen Ende der Mittelkonsole gehört genauso zum Serienumfang wie Android Auto/Apple Carplay, der autonome Notbremsassistent mit Fußgänger-Erkennung und das Vehicle Stability Management mit Gegenlenk-Funktion. Die Müdigkeitserkennung, der Querverkehrswarner fürs Heck, der Totwinkel-Warner und der Spurverlassenswarner sind erst in höheren Ausstattungslinien Serie, aber immerhin verfügbar.

Wanken verboten

Kia Stonic 1.0 T-GDI
Holger Schaper

Eine angenehm sportliche Fahrbarkeit soll eines der Alleinstellungsmerkmale des neuen Stonic in seinem Segment sein. Das SUV basiert auf der Plattform des Kia Rio. Um den Anforderungen an den höheren Aufbau gerecht zu werden, wurde das Fahrwerk nicht nur neu abgestimmt, am Heck wurden auch neue Dämpfer verbaut. Bereits die erste schnell gefahrene Kurve macht es klar: Wanken wurde beim Stonic erfolgreich wegentwickelt. Der steife Wagen geht gekonnt ums Eck, ohne dabei seitlich zu kippen. Der Preis dafür ist eine recht straffe Fahrwerksauslegung, die aber ganz gut gelungen ist: Selbst auf heftiger Kopfsteinpflaster-Strecke dringen Unebenheiten unter der Vorderachse eher akustisch in den Innenraum, die Verbundlenker-Hinterachse ist allerdings etwas knackiger mit ganz leichter Polterneigung abgestimmt.

Die Lenkung des Stonic macht ihre Sache gut: Ist erstmal das Spiel in der Mittellage überwunden, lässt sich mit ihr wunderbar präzise die Richtung vorgeben. Unspektakulär und ebenfalls präzise arbeiten die Bremsen des kleinen SUV und bringen es bei Bedarf auf kurzem Weg zum Stehen.

Kleine Turbo-Kultur

Kia Stonic 1.0 T-GDI
Wolfgang Groeger-Meier

Der 1,0-Liter-Turbo-Direkteinspritzer des Stonic 1.0 T-GDI leistet 120 PS und generiert ein maximales Drehmoment von 172 Newtonmetern auf dem breiten Drehzahlband von 1.500 bis 4.000/min. Dabei agiert der kleine Dreizylinder sehr kultiviert: Ein Turboloch glänzt durch Abwesenheit und Beschleunigungsvorgänge werden akustisch höchstens durch ein leises Knurren quittiert. Der Drang nach vorne drückt die Insassen jetzt nicht gegen ihre Rückenlehnen – der Spurt verläuft unaufgeregt: In 10,3 Sekunden ist Tempo 100 erreicht.

Auf dem Prüfstand genehmigt sich der 1,0-Liter-Turbo im Schnitt 5,0 Liter – während der Fahrt sind es bei uns 7,3 Liter. Beim Spritsparen hilft ein fein agierendes Start-Stopp-System, das nach einem Stopp ruckelfrei und blitzschnell den Motor wieder zum Leben erweckt.

Hakelfreie Handschaltung mit hörbarem Hebel

Kia Stonic 1.0 T-GDI
Wolfgang Groeger-Meier

Ab Sommer 2018 gibt es den Stonic 1.0 T-GDI optional auch mit einem Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe – bis dahin wird ausschließlich eine manuelle Sechsgang-Schaltung angeboten. Und diese sollte man reichlich nutzen, um eine zügige Beschleunigung zu bekommen. Das Schaltwerk arbeitet präzise und hakelfrei auf mittellangen Wegen. Lustig: Die Gänge rasten leicht hörbar ein, was aber nicht stört.

Technische Daten
Kia Stonic 1.0 T-GDI Edition 7
Grundpreis18.850 €
Außenmaße4140 x 1760 x 1505 mm
Kofferraumvolumen352 bis 1155 l
Hubraum / Motor998 cm³ / 3-Zylinder
Leistung88 kW / 120 PS bei 6000 U/min
Höchstgeschwindigkeit185 km/h
Verbrauch5,0 l/100 km