Hoppla. Der sieht jetzt aber scharf aus„, murmelt mein Kollege beim ersten Scan des Rio 2015. Recht hat er. Die Zutaten? Ein schwarzer Grill im neuen Kia-Look, breiter ausgestellte Stoßfänger und – besonders auffällig – verchromte “Flaps„ über den Nebelscheinwerfern. Im Sinne der Präsenz also ein gelungenes Lifting.
Schade nur, dass dem feschen Vier-Meter-Wagen weiterhin ein passend starker Motor fehlt. Zwei altbekannte Benziner (84 und 109 PS) sowie zwei Turbodiesel (75 und 90 PS) müssen reichen. Auf Euro 6 getrimmt, emittieren sie nun immerhin weniger C02. Vorbildlich sparsam: der Kia Rio 1.1 CRDI, der mit einem NEFZ-Wert von 3,3 l/100 km (86 g/km CO2) wirbt. Dennoch gingen 2014 rund die Hälfte der 7.000 verkauften Kia Rio mit dem 84-PS-Benziner raus. Die Charakterzüge des 1,2 Liter großen Vierzylinders sind hinreichend bekannt: der Sauger arbeitet leise und kultiviert, wirkt aber müde und braucht dringend hohe Drehzahlen. Sein maximales Drehmoment von 121 Nm liegt erst bei 4.000 Touren an – da passt es ganz gut, dass es den Motor nur mit einem präzise rastenden Fünfgang-Schaltgetriebe gibt.
Kia Rio mit großem Benziner macht mehr Spaß
Soll das Spurtvermögen der sportlichen Optik mehr entsprechen, empfiehlt sich daher der 109 PS starke Benziner mit 1,4 Liter Hubraum. Nullhundert schafft der unverändert als Zwei- und Viertürer lieferbare Kleinwagen dann in passablen 11,4 Sekunden. Da der größere Motor zudem einen sechsten Gang mitbringt, läuft der Rio so nicht nur bis zu 185 km/h, er arbeitet auch deutlich leiser.
Kleine Neuigkeiten von Cockpit und Preisen
Kia bietet den dezent stößig abgestimmten Kia Rio 1.2 weiterhin für 10.990 Euro an. Neben einem mittels Klavierlack aufgehübschten Cockpit sind immerhin Radio, USB-Anschluss und Multifunktionslenkrad serienmäßig. Vier Türen kosten 700 Euro. Der flottere 1.4er, erst aber der mittleren Ausstattungslinie Edition 7 zu haben, kostet mindestens 14.590 Euro. Für nochmals 1.700 Euro rollt der Kia Rio dann in Vollausstattung mit Klimaautomatik, Sitzheizung, Abiegelicht, Licht-Regensensor und einigem mehr zum Kunden.
Zu teuer: Dann empfiehlt sich ein Blick auf die Sondermodelle namens Dream-Team-Edition (ab 14.380 Euro), die üppig ausgestattet, Preisvorteile von bis zu 4.000 Euro versprechen. Ihre Laufzeit ist laut Kia bislang nicht begrenzt.
Für die Sondermodelle und Spirit-Varianten erstmals zum neuen Modelljahr erhältlich: ein leicht bedienbares 7-Zoll-Touchscreen-Navi. Klasse: Inklusive Karten-Updates über einen Zeitraum von sieben Jahre bleibt es mit 590 Euro dennoch bezahlbar. Zusammen mit der markanteren Optik sicher ein probates Mittelchen, um mehr Kia Rio auf den Markt zu bringen.
Kia Rio 1.2 Start | Kia Rio 1.4 Edition 7 | |
Grundpreis | 9.990 € | 14.490 € |
Außenmaße | 4050 x 1720 x 1455 mm | 4045 x 1720 x 1455 mm |
Kofferraumvolumen | 288 bis 923 l | 288 bis 923 l |
Hubraum / Motor | 1248 cm³ / 4-Zylinder | 1396 cm³ / 4-Zylinder |
Leistung | 62 kW / 84 PS bei 6000 U/min | 80 kW / 109 PS bei 6300 U/min |
Höchstgeschwindigkeit | 168 km/h | 183 km/h |
Verbrauch | 5,0 l/100 km | 5,5 l/100 km |