Fahrbericht Porsche Macan GTS: Mehr Leistung zum Nulltarif

Fahrbericht Porsche Macan GTS
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Mehr Leistung zum Nulltarif

Porsche Macan GTS © Daniel Wollstein 18 Bilder

Klingt gut, oder? Funktioniert beim Porsche Macan GTS aber nur, wenn man sich ohnehin einen S mit viel Ausstattung bestellt hätte. Und wie fährt sich der 360-PS-SUV?

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Also nochmal zum Mitrechnen: Ein Porsche Macan S, ausgestattet mit 20-Zoll-Spyder-Rädern inklusive farbigem Porsche-Wappen, Sport-Design-Paket, Sportabgasanlage, PASM-Fahrwerk und noch ein paar Kleinigkeiten kostet in etwa so viel wie der neue Macan GTS: 73.400 Euro. Dessen V6-Biturbo-Motor leistet allerdings 360 statt 340 PS, das maximale Drehmoment beträgt nun 500 statt 460 Nm und liegt bei unverändert 1.650/min an.

Porsche Macan GTS auf der Tokio Motor Show 1:10 Min.

Porsche Macan GTS-Antrieb kommt heckbetonter

Und wie fährt der SUV? Zunächst einmal klingt der Porsche Macan GTS beeindruckend. Tief und sonor rauschen Bässe aus seinen vier schwarzen Endrohren, sogar ein bisschen verwegen bollern darf der V6-Benziner, imitiert so ziemlich gekonnt einen Achtzylinder-Sauger. Der wirklich schöne Klang bleibt auch in Fahrt erhalten, immer präsent, nie aufdringlich, aber bestimmend – ebenso wie das gesamte Auto, denn GTS heißt sicher nicht Gran Tourismo schüchtern, sondern Sport. Und Sport kann der Porsche, zumindest in Anbetracht seines Leergewichts von 1,9 Tonnen.

Dass er sich laut Hersteller in 5,0 Sekunden von null auf 100 km/h wuchtet, ist dabei eigentlich nur die halbe Wahrheit. Viel wichtiger: Aufgrund einer modifizierten Steuerelektronik des Allradantriebs mit Lamellenkupplung bekommt die Hinterachse nun mehr Drehmoment zugewiesen, und schon drückt der Offroad-Brocken in zügig gefahrenen Kurven draufgängerisch mit dem Heck, zumindest wenn der Fahrer den Sport Plus-Modus aktiviert hat. Optional bietet Porsche zusätzlich ein elektronisch gesteuertes Sperrdifferenzial für die Hinterachse an, dass die Agilität nochmals erhöhen dürfte.

Neue Fahrwerksabstimmung schmälert den Komfort

Unterdessen bleibt die Seitenneigung des Porsche Macan GTS bemerkenswert gering, der Federungskomfort dann natürlich auch, er wird selbst im komfortabelsten Modus der adaptiven Dämpfer nicht besonders flauschig. Aber gut, vermutlich stört sich kaum ein Interessent daran, sondern freut sich über die GTS-spezifischen Sportsitze, die besten Seitenhalt bieten – und gibt Gas. Der GTS lenkt angemessen agil ein, sollte für höhere Kurvengeschwindigkeiten auf Zug gehalten werden, bleibt dann länger neutral, und der aufgeladene Sechszylinder kommt besser aus den Puschen, da er im Drehzahlkeller doch schon mal mit einer leichten Anfahrschwäche ringt.

Das ändert allerdings nichts daran, dass das Fahrerlebnis im Macan doch sehr porschig ausfällt, nur eben um jene Leichtigkeit beraubt, das die Sportwagen der Marke auszeichnet. Dafür ist auch der Macan wirklich um den Fahrer herumgebaut, bietet eine hervorragende Ergonomie und nun endlich auch ein modernes Infotainment mit Online-Navigation, Apple Car Play und weiteren Funktionen – das kann in diesem Fahrzeugsegment durchaus kaufentscheidend sein, ob es einem nun passt oder nicht.

Tabelle (techn. Daten)

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