VW nutzte den GP Ice Race in Zell am See, um zu zeigen, wozu einige der eigenen Sport-, Renn- und Rallye-Schätze auf Spike-Reifen in der Lage sind. Der Käfer 1302 S „Salzburg“ war ebenso auf der Eispiste unterwegs wie der neue T-Roc R und der 560 PS starke Rallyecross-Brenner Beetle R. Der ID.R, mit dem Volkswagen Motorsport in den vergangenen Monaten zahlreiche Rekorde aufgestellt hat, war zumindest als Ausstellungsstück zu bewundern.
Versuchsträger tritt ins Rampenlicht
Dagegen ließ VW erstmals ein anderes wild beflügeltes Elektroauto von der Leine: den Golf eR1. Der ist technisch enger mit dem ID.R verwandt, als es die Optik vermuten lässt. Der eR1 startete seine Karriere als Golf TCR-Tourenwagen und wurde dann zum Versuchsträger für den elektrischen, 680 PS starken, zweimotorigen und allradgetriebenen Rekordjäger umfunktioniert. Der „Autocar“ zufolge ist der Golf eR1 aber etwas schwächer als der ID.R. Die Briten trauen dem Elektro-Sportler, der auch nur mit Frontmotor und -antrieb gefahren werden kann, etwa 500 PS zu. Immerhin soll er auf der Eisstrecke mit einem Porsche Taycan mitgehalten haben.

Volkswagens R-Division betitelt den Golf eR1 als Botschafter künftiger Performance-Fahrzeuge. Was wiederum heißt: Ja, es wird dynamisierte ID-Modelle auf MEB-Basis geben, und der noch auf der siebten Golf-Generation basierende eR1 ist deren Vorbote. Dies bestätigte nun auch Jost Capito, der Chef von Volkswagens R-Abteilung. Ihm zufolge wurde der Gold eR1 nicht nach einem bestimmten Reglement aufgebaut und soll auch keine offiziellen Rennen fahren. „Aber wir werden ihn nutzen, um Erfahrungen mit elektrischen Performance-Autos zu sammeln und spaßige Dinge zu machen, um die Technologie zu demonstrieren.“ VW wird das Auto demnächst auf Werbeveranstaltungen sowie in Videos präsentieren und seinen Fans damit Lust auf elektrische R-Modelle machen.
Leistungs-Parameter noch nicht definiert
Der erste Vertreter dieser Reihe dürfte der ID.3 R sein, der innerhalb der nächsten fünf Jahre eingeführt wird. Der britischen „Auto Express“ sagte Capito, dass die endgültigen Leistungs-Parameter für das Auto noch nicht definiert sind, aber „nicht unbedingt mit dem entsprechenden T-Roc R oder Golf 8 R mit Verbrennungsmotor übereinstimmen werden.“ Ersterer holt 300 PS und bis zu 400 Newtonmeter aus dem bekannten Zweiliter-Vierzylinder-TSI. Letzterer wird den Motor in einer 333 PS-Konfiguration erhalten.
Es läuft darauf hinaus, dass der ID.3 R sich etwas darüber ansiedelt und einen zweiten Elektromotor erhält, der die Vorderräder antreibt und das Auto damit zum Allradler macht. Bei dessen Akku-Konfiguration stellt Capito einen Techniktransfer vom ID.R in Aussicht. Bei der Batterie sowie deren Management und Kühlung wolle man von den Erfahrungen profitieren, die man mit dem Elektro-Rennwagen gesammelt habe. „Wir werden also sehen, was uns die MEB-Plattform und die Technologie des ID.R bieten können“, sagt Capito. Das volle Potenzial der ID.R-Technik wird VW bei künftigen Straßen-Modellen aber wohl nicht ausreizen. Man müsse schließlich auch die Reichweite und Ladezeiten berücksichtigen.