Elektrisch angetriebene Fahrzeuge aus einem Baukasten heraus zu entwickeln, ist kein neuer Ansatz. In der Konsequenz, wie es Umberto Palermo betreibt, aber selten. Mit seinem Projekt Mole Urbana setzt der Italiener auf Boxen, die auf einer Plattform flexibel miteinander kombiniert ein jeweils völlig anderes Fahrzeugkonzept ergeben.
Aus Modulen konfiguriert
Basis für alle Modelle sind Kastenrahmen aus Stahlprofilen, die es in zwei Längen von 2,60 und 3,70 Meter gibt. Die Breite ist mit 1,50 Meter immer gleich, auch die Höhe von 1,90 Meter ist bei allen Modellen identisch. Der Elektromotor sitzt an der Starrachse hinten. Schmale 18-Zoll-Räder halten den Fahrbahnkontakt. Die Batterie sitzt im Fahrzeugboden.

Standardmodul auf allen Plattformen ist eine zweisitzige Passagierkabine aus Aluminiumprofilen mit integriertem Überrollschutzbügel und seitlichen Crash-Elementen in den nach hinten öffnenden Türen. Spötter behaupten, das Modul sei einer Telefonzelle nicht unähnlich. Auf dem langen Fahrgestell kann dieses Modul auch in doppelter Größe montiert werden. Davor und dahinter lassen sich je nach Anwendungszweck verschiedene andere Module für Fracht- und Personen-Transportaufgaben oder andere gewerbliche Einsatzszenarien montieren. Darstellbar sind so vom reinen Zweisitzer für den Personentransport über einen Pickup bis hin zu einem Food-Truck zahlreiche Modelle.
Standardantrieb – nur für die Stadt
Für Vortrieb sorgt immer ein 8,5 kW starker Elektromotor an der Hinterachse – ausreichend für den geplanten ausschließlich urbanen Einsatz. Je nach Aufbau liegt die Höchstgeschwindigkeit bei 50 bis 65 km/h. Die Reichweite beträgt je nach Batteriebestückung zwischen 100 und 200 Kilometer. Das Ladevolumen variiert zwischen 1,8 und 4,4 Kubikmetern, die Nutzlast beträgt bis zu 400 Kilogramm. Als Ladezeit an einer konventionellen Steckdose werden sechs Stunden genannt.

Ab 2022 sollen die Mole Urbana-Modelle dann auch tatsächlich auf die Straße rollen. Als Preisrahmen stehen derzeit zwischen 14.000 und 18.000 Euro im Raum.