Drako Motors ist ein neuer Player auf dem Markt der Elektrosportwagen. Das US-Unternehmen residiert im Silicon Valley. Gegründet haben es Dean Drako und Shiv Sikand vor gut zehn Jahren mit dem Ziel, potente, fahrspaßorientierte Elektroautos zu entwickeln. 2019 hatte Drako Motors in Pebble Beach mit dem Drako GTE sein Erstlingswerk vorgestellt. Jetzt, gut zwei Jahre später, kündigt der Kleinserienhersteller seinen nächsten Streich an: ein auf dem GTE basierendes Modell namens Dragon. Aber der Reihe nach.
Der Drako GTE, den es auch in einer Track-Variante gibt, erinnert optisch stark an den Fisker Karma, der später in den Karma Revero überging. Kein Wunder, stammt doch auch das Chassis von diesem. Gezeichnet hat den Drako GTE Lowie Vermeersch, der auch schon für Maserati, Ferrari und Pininfarina gearbeitet hat.
Vier E-Motoren mit zusammen 900 kW
Beim Antrieb setzt der GTE auf vier Elektromotoren, die jeweils 225 kW leisten. In Summe kommen so 900 kW oder umgerechnet 1.224 PS zusammen. Direkt an den Rädern gemessen soll das maximale Drehmoment insgesamt bei 8.800 Nm liegen. Die Momentenverteilung erfolgt per Torque Vectoring. Energie liefert den E-Maschinen eine flüssigkeitsgekühlte 450 Volt-Batterie mit einer Kapazität von 90 kWh, die zentral im Fahrzeugboden sitzt. Strom tanken kann der GTE per 15-kW-Onboardlader oder 150-kW-Schnelllader. Vorbereitet seien die Ladesysteme CCS und Chademo. Ladezeiten oder gar Angaben zur Reichweite nennt Drako Motors nicht. Dafür wird mit einer Höchstgeschwindigkeit von 331 km/h geworben.

Hinter den 21 Zoll großen Schmiedefelgen, die mit Reifen der Dimension 295/30 vorn und 315/30 hinten bezogen sind, ringt eine Karbon-Keramik-Bremsanlage um Negativverzögerung. Dazu beißen vorne Sechskolbenzangen und hinten Vierkolbenzangen in 395er Scheiben. Die Federelemente liefert der schwedische Spezialist Öhlins. In der Track Edition sind diese voll einstellbar, zudem können dann auch dreiteilige 20-Zoll-Felgen mit Sportpneus montiert werden.
Die Front des Drako GTE setzt sich mit schlanken Scheinwerfern über drei großen Kühlluftschlünden in Szene. Das Heck läuft unter weit ausgestellten Schulterpartien in einem Bürzel mit Heckdeckel und integriertem Spoiler aus. Auch hier fallen die Leuchten schlitzförmig aus. Das Untergeschoss gehört voll und ganz einem mächtigen Diffusor. Türgriffe sind nicht auszumachen. Die Seitenscheiben kommen ohne Rahmen aus.
Dass es sich bei allen Daten und Fakten zum Drako nicht um Informationen aus dem Reich der Fantasie handelt, wollte der Hersteller mit einem Video auf Youtube beweisen. Darin ist zu sehen, wie ein Drako GTE ein Tesla Model S P100D im Sprint ausbeschleunigt. Ob in dem Clip alles mit rechten Dingen zugeht, können wir am Bildschirm freilich nicht abschließend beurteilen, doch wir wollen Ihnen das Video nicht vorenthalten.
Kleine Auflage, großer Preis
Im Innenraum setzt der Viertürer auf Einzelsitzschalen vorne und hinten die mit einem Mix aus Leder und Alcantara bezogen sind. Die Mittelkonsole bietet einen großen Touchscreen, der die wichtigsten Bedienelemente umfasst. Darunter gibt es auf einem Karbontableau vier klassische Drehschalter. Hier lassen sich die Fahrdynamiksysteme, die Verteilung des Antriebsmoments sowie die Rekuperation einstellen. Vom GTE will Drako nur 25 Exemplare bauen. Als Grundpreis nennt das Unternehmen 1,25 Millionen Dollar. Wieviele Exemplare Drako Motors tatsächlich verkaufte, ist nicht bekannt.
Noch mehr Power im Drako Dragon

Es hat jedenfalls gereicht, um eine überarbeitete Version von Drako Motors selbst ernanntem König der viermotorigen Elektroautos zu rechtfertigen. Denn für Anfang 2022 plant die Silicon-Valley-Firma die Premiere des Drako Dragon. Das Modell geht aus dem GTE hervor – und zwar in komplett überarbeiteter und aufgerüsteter Form. Eigenen Angaben zufolge verändert der Hersteller dabei sämtliche Systeme des GTE, verspricht so beispielsweise noch höhere Drehmoment-Werte und schnellere Sprints. Zur Bewältigung der zusätzlichen Last modifiziert Drako Motors den Wechselrichter, zudem verfügt die Batterie über eine neue Zelltechnologie mit besserem Kühlsystem für mehr Leistung, Reichweite und Langlebigkeit. Ebenfalls gibt's ein neues fünffach verstellbares Fahrwerk mit höherem Federweg. Größere, zugleich aber leichtere Bremsen sollen Gewicht sparen und straffe Verzögerung liefern.

In Sachen Design fallen die Änderungen geringer aus. Bisher prognostiziert Drako Motors nur neue Leichtbauräder und andere Lackierungen. Mehr verraten auch die Teaserbilder nicht, die den Dragon in einem metallicblauen Kleid mit weißem Rennstreifen andeuten. Weitere Informationen zum Modell folgen laut Hersteller im Januar 2022.