Pandemie und Ukraine-Krieg sorgten in der Autoindustrie für nicht gekannten Teilemangel. Die Hersteller machten aus der Not eine Tugend und bauten bevorzugt teurere Modelle. Die Geschäftszahlen Ende 2021 und die ersten Quartalszahlen 2022 zeigten: Die Strategie war erfolgreich – Stückzahlen und meist auch der Umsatz gingen runter, aber die Gewinner erreichten Rekordwerte. Und weil das Angebot an Neuwagen knapp blieb, konnten die Autobauer die Preise stabilisieren, die Rabattschlachten der letzten Jahre sind Geschichte. Im nächsten Schritt steigen auch die Listenpreise. BMW nutzt das Facelift seines Kernmodells zu einem kräftigen Aufschlag: Der 3er kostet in der Basis (318i) satte 4.550 Euro mehr als vorher – das sind gut 11 Prozent Preissteigerung. Da ist die Mehrausstattung ein schwacher Trost. Mercedes macht aus der Entwicklung eine langfristige Strategie und will sich zur Luxusmarke wandeln. Schon der Einstieg in die Markenwelt heißt künftig "Entry Luxury". Für die künftigen Preise dürfte die Richtung damit klar sein: Es geht rauf. Das trifft auch auf das 300-SLR-Uhlenhaut-Coupé zu: Mercedes hat inzwischen bestätigt, dass es für 135 Millionen Euro versteigert wurde – für einen guten Zweck.

Über die Preise des Renault-Scenic-Nachfolgers ist noch nichts bekannt. Aber das Auto macht einen anderen Megatrend der Autobranche mit: Der Van ist tot, es lebe der SUV! War der Scénic früher ein raumfunktionaler Mégane, wird er jetzt endgültig zum Mégane-Crossover – größer, höher und mit Offroad-Optik. Wie viel Raumfunktionalität da Platz hat, verrät das jetzt gezeigte Concept Car noch nicht, aber beim Antrieb liegt es freilich voll im nächsten Trend: es fährt elektrisch. Ob der in der Studie präsentierte Range-Extender mit Brennstoffzelle wirklich kommt, scheint aber selbst Renault noch nicht klar zu sein. Als frühesten Serientermin dafür nennen die Franzosen sicherheitshalber mal 2030.
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