Alain Delon meldet sich zu Wort
Damit wurde das Estimate von 9,5 bis 12 Millionen Euro deutlich übertroffen - und ein Rekordpreis (14,2 Millionen Euro plus Aufgeld) für dieses Modell erzielt. Auch wenn sich der Schauspieler höchstpersönlich zu Wort meldete und sich darüber mokierte, dass sein Name missbraucht würde. Schließlich habe er den Wagen nur knapp 2 Jahre besessen.
Artcurial verhielt sich während der Auktion übrigens diskret und erwähnte den Namen Alain Delon nicht - lediglich "ein berühmter französischer Schauspieler" wurde als Vorbesitzer genannt.
3.500 Auktions-Besucher und 1.600 registrierte Bieter
Das Auktionshaus kann mit der Veranstaltung, die im Rahmen der Retromobile in Paris stattfand, sehr zufrieden sein. Artcurial spricht von insgesamt 10 neuen Auktions-Weltrekorden (siehe Tabelle unten). Das Publikum kam in Massen, es gab in dem Saal bei weitem nicht genügend Sitzplätze. Rund 3.500 Zuschauer sollen das Spektakel erlebt haben. Höhepunkt war dabei die Versteigerung der Baillon-Sammlung, zu der sich fast 1.600 Sammler und Liebhaber als Bieter registriert hatten.
Die Fahrzeuge waren wie in einer Geisterbahn präsentiert worden: spärlich beleuchtet als automobile Leichen, was sie zum größten Teil ja auch sind. Dennoch wurden alle Fahrzeuge verkauft - 58 erzielten Preise weit jenseits des Estimates, nur eines blieb im gesetzten Preisrahmen. Manche wurden für das zehnfache ihres Schätzpreises verkauft. Insgesamt erzielten die 59 Automobile in unterschiedlichem Verwesungszustand 25,15 Millionen Euro.
Nach der Baillon-Sammlung versteigerte Artcurial noch 117 weitere Fahrzeuge, darunter 3 Fahrzeuge, die mehr als 1 Million Euro erzielten sowie 8 Rekordpreise. Auch die Verkaufsquote von 89 % kann sich sehen lassen. Ein 1966er Ferrari 275 GTB Berlinetta wurde für 1,9 Millionen Euro verkauft, ein 1938er Mercedes-Benz 380 K Cabriolet A für 1,4 Millionen Euro.
Italienische Nicht-Ferrari sorgt für Überraschung
Für eine kleine Überraschung sorgte Lot 147, ein Bizzarrini 5300 GT Strada aus dem Jahr 1968. Das Estimate war mit 550.000 bis 650.000 Euro angegeben, das Höchstgebot inklusive Aufgeld lag letztendlich bei stolzen 1,2 Millionen Euro - ein Rekord für dieses Modell.
Ebenfalls gute, weit über ihrem Estimate liegende, Resultate erzielten zwei Maserati 3500 GT Spider mit Vignale Karosserie: Ein 1962er-Modell wurde für 858.200 Euro verkauft (Estimate: 600.000 bis 800.000 Euro), ein 1961er-Exemplar für 834.400 Euro (Estimate: 600.000 bis 700.000 Euro).
Und auch ein 1965er Maserati Mistral 3.7L übertraf deutlich die Erwartungen. Das Estimate lag bei 110.000 bis 130.000 Euro, verkauft wurde er für 181.200 Euro.
Ist da vielleicht schon ein neuer Trend abzulesen? Weichen die Sammler und Anleger nun auf andere italienische Marken im Windschatten der Ferrari-Hausse aus? Wir werden die nächsten Auktionen mit einem wachen Auge beobachten.