10 Polster- und Teppichreiniger im Test - Was wirklich hilft

10 Polster- und Teppichreiniger im Test
Was gegen Flecken wirklich hilft

Kleckern ist Programm – da kann man machen, was man will. Wer im Auto futtert, der schafft das nur selten ohne ein Malheur. Hässliche Flecken in Teppich und Polster sind oftmals die Folge. Das ist zwar ärgerlich, aber kein Grund für Wutanfälle. Ein Blick in die gut sortierten Regale des Autoteilehandels, und schon präsentiert sich eine Lösung: Spezielle Polster- und Teppichreiniger für das Fahrzeug sollen den Dreck schnell beseitigen.

Ätzende Produkte

Ob das stimmt, wollte auto motor und sport in einem Test herausfinden. In Zusammenarbeit mit dem Labor der Fima Kärcher hat die Redaktion zehn gängige Produkte am Markt untersucht. Die Mittel mussten zum einen dem typischen Straßendreck wirkungsvoll zu Leibe rücken. Dazu verwendeten wir einen Normschmutz nach ISO 11378-1B.2I, der unter anderem Gesteinsmehle und Rußpartikel enthält und somit den Straßenschmutz perfekt simuliert. Zum anderen sollten die Präparate beweisen, wie gut sie mit hartnäckigem Dreck zurechtkommen. Hier setzten wir als Testschmutz auf die süße Versuchung Schokolade – zugegeben lecker, aber gleichzeitig enorm hartnäckig, wenn es darum geht, sie aus Teppichen oder Polstern zu entfernen.

Am besten mit beiden Schmutzarten kommt das Polsterreiniger-Spray von Westfalia zurecht, das speziell bei hartnäckigen Flecken seine Stärken voll ausspielt. Ebenfalls ausgewogen präsentiert sich das Produkt Sonax Xtreme Polster- & Alcantara-Reiniger. Vor allem bei Straßendreck geht es ordentlich zu Werke.

Auch der Reiniger Meguiar's Gold Class Carpet Cleaner spielt bei der Beseitigung von leichten und starken Verschmutzungen vorne mit – allerdings mit einem negativen Beigeschmack. Der pH-Wert liegt mit 12,3 im Bereich „ätzend“ und ist daher mit Vorsicht zu genießen. Selbst wenn der Hersteller im Sicherheitsdatenblatt erklärt, dass das Produkt aufgrund von Testdaten nicht als „ätzend“, sondern als „reizend“ einzustufen sei, bleibt ein Risiko. Denn für Menschen mit empfindlicher Haut kann das Mittel problematisch sein.

Mit dem gleichen Resultat absolviert das Präparat Armor All Universal Aktivschaumreiniger den pH-Wert-Test (12,3). Auf Anfrage gibt der Hersteller an, die Rezeptur bereits verändert zu haben, sodass der Wert auf 11,4 gesunken sei. Also Entwarnung? Nein, vom alten Mittel ist noch einiges im Umlauf. Und der neue Wert ist obendrein nicht perfekt, denn er schlittert nur knapp am Bereich „ätzend“ (ab pH-Wert 11,5) vorbei. Somit sind hier ebenfalls gesundheitsbeeinflussende Eigenschaften für Menschen mit empfindlicher Haut nicht ganz auszuschließen.

Schnelle Wiederverschmutzung stoppen

Gesundheitsbeeinflussend sind übrigens noch andere Polsterreiniger. Bei einigen findet sich der Zusatz Limonene in der Rezeptur (Westfalia, Sonax, Liqui Moly, K2 Tapis, Meguiar’s und Nigrin), der die Nase mit einem angenehmen Zitrusduft verwöhnen soll. Jedoch gilt dieser Stoff als Auslöser von Allergien. Auch wenn in den Mitteln nur geringe Mengen dieses Zusatzes enthalten sind, eine Beeinträchtigung des Wohlbefindens ist durchaus möglich.

Manche Präparate offenbaren bei der Anwendung noch einen negativen Aspekt – genauer gesagt nach der Reinigung der Polster und Teppiche. Denn dann kann es zur schnellen Wiederverschmutzung kommen. Mit anderen Worten: Das Gewebe nimmt Dreck prompt wieder an – zügiger als vorher.

Was sich erst mal nicht so schlimm anhört, stellt in der Praxis bei einigen Präparaten ein echtes Problem dar – das liegt oft an schwer zu entfernenden Rückständen im Reinigungsmittel. Speziell bei den Produkten von Wack, Meguiar’s, Nigrin, Caramba und Armor All ist das festzustellen. Um dem Effekt vorzubeugen, empfiehlt es sich, die Teppiche und Polster gründlich auszuwaschen oder auszubürsten, nachdem sie mit diesen Mitteln gereinigt wurden. Das kann die schnelle Wiederverschmutzung stoppen.

Der Test bringt noch etwas ans Licht: den großen Preisunterschied. Zwischen dem günstigsten und dem teuersten Reiniger liegt eine Spanne von 300 Prozent. Wer glaubt, dass bei allen billigen Präparaten zugunsten des Preises die Rezeptur schlechter sei oder auf Inhalt verzichtet werde, der irrt. Den Beweis tritt das Mittel von Liqui Moly im Kapitel Ergiebigkeit an. Es reicht für rund zehn Quadratmeter, während der Anwender mit der annähernd gleich großen Flasche von Sonax nur ein Fünftel der Fläche bearbeiten kann. Am weitesten kommt man mit dem Pingo Polster- & Teppichreiniger, das für 25 m² reicht und dazu auch noch günstig ist.

So wurde getestet

Geht es um Tests von Pflegeprodukten, ist das Labor von Kärcher der richtige Testort. Da das Unternehmen für die Entwicklung von Reinigungssystemen und -produkten mit jeder Menge Schmutzarten vertraut ist, kennt es auch den typischen Dreck in Fahrzeug-Innenräumen. Für unseren Test wurden Teppichstreifen in einer speziellen Anschmutzungsmaschine gleichmäßig mit dem Normschmutz ISO 11378-1B.2I verunreinigt. Er enthält unter anderem Gesteinsmehle sowie Rußpartikel und simuliert den Straßendreck – die sogenannte normale Verschmutzung im Test. Für die starke Verunreinigung verwendeten wir Schokolade, sie wurde verflüssigt und dann auf die Teppichstreifen aufgesprüht. Erst als der Dreck eingetrocknet war, kamen die Reiniger zum Einsatz. Dabei hielt sich die Crew strikt an die Anleitungen auf den Etiketten. Um später die Reinigungswirkung der Mittel genau beurteilen zu können, wurden die gesäuberten Teppichstreifen unter ein Weißgradmessgerät gelegt. Die Ergiebigkeit ist nach der Fläche und der benötigten Produktmenge berechnet worden – dazu wurden die Flaschen vorher und nachher gewogen. Zum Test der Wiederanschmutzung kamen die Teppiche erneut in die Anschmutzungsmaschine. Beim Prüfpunkt Produktsicherheit wurden die Etiketten analysiert.