VW liebäugelt mit Gaz: Gaz soll VW-Modelle montieren

VW liebäugelt mit Gaz
Gaz soll VW-Modelle montieren

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"Wir sind in engem Kontakt mit der russischen Regierung, um die beste Lösung zu finden und unsere strategischen Ziele zu erfüllen", teilte die russische VW-Tochter Volkswagen Group Rus am Mittwoch (20.10.) der Nachrichtenagentur dpa in Moskau mit. Details zu der angedachten Kooperation nannte VW Group Rus aber nicht. Die Gespräche mit Gaz seien noch nicht abgeschlossen, hieß es zur Begründung.

150.000 Autos auf Gaz-Fertigung

Die Verhandlungen stünden kurz vor dem Abschluss, hatte der Chef des russischen Konzerns, Bo Andersson, vor kurzem dem staatlichen TV-Sender "Russia Today" gesagt. "Ich denke, dass wir innerhalb eines Monats Vollzug melden können." Volkswagen Group Rus bestätigte der Internetzeitung "gazeta.ru", dass bis Jahresende mit einem Ergebnis zu rechnen sei - "positiv oder negativ". Anfang September hatte VW-Chef Martin Winterkorn bei einem Treffen mit dem russischen Regierungschef Wladimir Putin in Moskau eine mögliche Kooperation mit Gaz in Aussicht gestellt.
 
Das Projekt mit Gaz hänge aber von der Entscheidung des russischen Kabinetts über die Zukunft der Automobilindustrie im größten Land der Erde ab, teilte die russische VW-Tochter mit. Die "Financial Times" berichtete am Mittwoch unter Berufung auf nicht genannte Quellen, der Wolfsburger Konzern verhandle mit dem russischen Autobauer über die Montage von bis zu 150.000 Wagen im Jahr im Gaz-Werk in der Wolga-Stadt Nischni Nowgorod. Dabei gehe es um Personenwagen und leichte Nutzfahrzeuge der Kernmarke VW sowie Wagen der tschechischen Konzerntochter Skoda. Gaz gehört zum Imperium des Oligarchen Oleg Deripaska.
 
VW ist aber nicht der einzige mögliche Partner für Gaz. "Das Interesse ausländischer Autobauer an einer Zusammenarbeit mit Gaz ist sehr hoch", sagte ein Unternehmenssprecher. Medien nennen unter anderem den US-Konzern General Motors als VW-Konkurrenten.
 
Der russische Markt sei für VW einer der wichtigsten und aussichtsreichsten, hieß es. Auch nach der Weltwirtschaftskrise bleibe Russland ein strategisch wichtiger Automobilmarkt für Volkswagen. So will VW in seinem Werk in Kaluga, rund 200 Kilometer von Moskau, eine zweite Fertigungslinie bauen. Nach Winterkorns Angaben will Volkswagen bis 2017/18 rund 360.000 Fahrzeuge in Russland verkaufen.
 
Prognosen zufolge wird Russland Deutschland voraussichtlich bis 2015 bei der Zahl der Neuzulassungen eingeholt haben. Dann sollen im größten Land der Erde jährlich mindestens drei Millionen Fahrzeuge verkauft werden.