Restwerte: Wertverlust nach dem Neuwagenkauf

Restwerte
Wertverlust nach dem Neuwagenkauf

Des einen Freud ist des anderen Leid. Denn über die hohen Rabatte beim Neuwagenkauf wegen des harten Wettbewerbs freuen sich derzeit nur die Kunden - Handel und Fahrzeughersteller stöhnen dagegen. Doch auch Neuwagenkäufer sollten gewarnt sein. Durch die großen Abschläge auf die Listenpreise geraten die Restwerte immer stärker unter Druck. Mit anderen Worten: Je höher die Nachlässe ausfallen, desto stärker der Abwärtstrend bei der Wertentwicklung. Spätestens beim Wiederverkauf des Autos kommt das böse Erwachen.

Günstige Neuwagenpreise drücken beim Wiederverkauf

An einem Vergleich lässt sich das gut belegen: Citroën zum Beispiel ist traditionell mit hohen Rabatten unterwegs, derzeit sind etwa für den Citroën C5 rund 20 Prozent drin. Nach drei Jahren beträgt der Restwert zirka 46 Prozent des ursprünglichen Listenpreises. Dagegen erreicht ein vergleichbarer Opel Insignia immerhin noch einen Restwert von rund 51 Prozent. Die Differenz von fünf Prozent entspricht ungefähr dem Unterschied, den der Neuwagen-Rabatt bei beiden Fahrzeugen im Handel ausmacht. Somit hat der Kunde das, was er anfangs gespart hat, am Ende wieder verloren.

Auch Leasingkunden spüren den Wertverlust

Vor dieser Problematik sind auch jene nicht geschützt, die ihr Auto finanzieren. Selbst Kunden, die zum Leasing oder dem Drei-Wege-Kredit greifen, sind betroffen. Auch wenn sie bequem am Ende das Fahrzeug zurückgeben können und somit den Wiederverkauf nicht fürchten müssen, wirkt sich der Wertverlust vor allem auf die monatlichen Belastungen aus. Denn der Kunde kommt mit der Rate und einer etwaigen Sonderzahlung lediglich für die Differenz zwischen Neuwagenpreis sowie Restwert des Fahrzeugs auf. Autos, die an dieser Stelle nicht stabil genug sind, verursachen somit in der Finanzierung oft höhere 47,2 Kosten - sofern der Autohersteller nicht die Restwerte subventioniert, um mit seinen Finanzierungskonditionen am Markt konkurrenzfähig zu bleiben. Die Betrachtung der Restwerte sollte daher beim Autokauf eine wichtige Rolle spielen.

Wertverlust lässt sich über Onlinebörsen abschätzen

Um sich einen Überblick über die Betriebskosten eines Fahrzeuge verschaffen zu können, beitet  auto motor und sport.de einen kostenlosen Betriebskostenrechner an.Darüber hinaus können Restwerte mit der Wahl der Ausstattung beeinflusst werden. So sollte auf gar keinen Fall bei der Klimaanlage, dem Audiosystem oder der Sicherheitsausstattung wie ESP, ABS und Airbags gespart werden. Selbst Alufelgen, Automatikgetriebe bei gehobenen Modellen oder die Wahl des Motors haben Einfluss auf den Wertverlust. Der schwache Basismotor oder das leistungsstarke Top-Aggregat sollten es nicht sein. CO2-Ausstoß und Abgasnorm spielen ebenfalls eine Rolle, vor allem beim Diesel darf der Partikelfilter nicht fehlen. Zu guter Letzt ist es ratsam, bei der Farbe keine großen Wagnisse einzugehen.

Bis zu zwei Drittel Wertverlust in drei Jahren sind möglich

Stellt sich jetzt nur noch die Frage, welche Modelle restwertstabil sind. Vor allem Klein- und Kompaktwagen verlieren derzeit wenig an Wert. Ab der Mittelklasse sieht das anders aus. Wer hier das falsche Modell wählt, vernichtet unter Umständen viel Geld. In den höheren Segmenten können bis zu zwei Drittel des gezahlten Kaufpreises in drei Jahren verloren gehen. Darüber dürfte sich kein Kunde freuen.