Im April 2011 hatte Mercedes auf der Shanghai Auto Show mit dem Concept A einen Ausblick auf die neue A-Klasse gegeben. Nun steht sie an: die Premiere der neuen Kompakt-Baureihe aus dem Hause Mercedes.
Wie das Showcar zeigt sich die Serienversion der neuen Mercedes A-Klasse auf dem Genfer Autosalon deutlich sportlicher und bulliger als ihr Vorgänger. Mit dem Modellwechsel verzichtet Mercedes auf die Ansprüche an ein Raumwunder und geht stattdessen mit einem sportlichen, dynamischen Design auf Kundenfang. "A steht für Angriff" so der neue Kurs der Mercedes A-Klasse nach den Worten von Daimler-Chef Zetsche. Angriff auf Audi A3, BMW 1er und VW Golf - dafür bekamen die Ingenieure und Entwickler die Chance, die Baureihe von Grund auf neu zu gestalten. Tatsächlich erinnert an der neuen A-Klasse nichts mehr an ihren Van-artigen Vorgänger.
Neue Mercedes A-Klasse ist länger, breiter und niedriger
In der Höhe um 16 Zentimeter geschrumft, legt die neue Mercedes A-Klasse in der Breite um knapp zwei, in der Länge um vierzig Zentimeter zu. Mit der längeren Motorhaube und der flach stehenden Frontscheibe wird der Längenzuwachs noch betont, der cW-Wert auf 0,26 gesenkt. Die beiden Linien an den Flanken, ausgehend von den weit nach hinten gezogenen Frontscheinwerfern und den vorderen Radkästen kennt der Betrachter schon von der B-Klasse. Im Kühlergrill prangt von zwei Lamellen eingefasst, der Mercedes-Stern. Das Heck fällt nicht mehr ganz so steil ab wie beim Vorgänger, trägt dafür einen Dachkantenspoiler, der sämtliche Antennen der Mercedes A-Klasse beherbergt.
Auch im Innenraum ist vieles schon aus der B-Klasse bekannt. Zum Beispiel das iPad-ähnliche Display über der Mittelkonsole und die runden Lüftungsdüsen. Auch die Instrumentierung und die Anordnung der Knöpfe und Bedienelemente fällt beinahe identisch aus, dafür darf der geneigte Kunde aber auch die gleiche, hochwertige Materialauswahl aus der B-Klasse erwarten. Sportsitze mit integrierten Kopfstützen gibt es gegen Aufpreis. Aus dem Concept A übernimmt das neue Kompaktmodell die optionale Smartphone-Integration samt einer eigenen App, die eine drahtlose Kommunikation zwischen Fahrzeug und Smartphone erlauben soll.
Drei neue Ausstattungslinien zum Marktstart
Zum Marktstart ab dem 15.September 2012 (Verkaufsfreigabe Mitte Juni) stehen für die Mercedes A-Klasse ab knapp 24.000 Euro neben der Basisversion drei Ausstattungslinien bereit: Urban, Style und AMG Sport. Letztere kommt der in Shanghai vorgestellten Studie optisch besonders nahe, rollt sie doch mit 18 Zoll großen Leichtmetallfelgen im fünf-Speichen-Design, rot lackierten Bremssätteln und dem neuen Diamantgrill zu den Kunden. Die roten Akzente an der Front- und Heckschürze finden sich auch im Innenraum in Form von roten Ziernähten, Sicherheitsgurten und Instrumentenbeleuchtungen wieder. Zum weiteren Umfang des AMG-Pakets zählt außerdem die eigens von AMG entwickelte Vorderachse. Die sportliche Ausstattungslinie bleibt allerdings ausschließlich den beiden Top-Motorisierungen vorbehalten.
Top-Modell leistet 211 PS
Apropos Motorisierung: Auch unter der Haube der neuen Mercedes A-Klasse hat sich einiges getan. Der 1,6-Liter-Benzinmotor aus A 180 und A 200 leistet künftig 115 beziehungsweise 156 PS. Top-Motor ist Zweiliter-Benziner im A 250 mit 211 PS. Besonders sparsam soll der Einstiegsmotor mit der neu entwickelten Camtronic sein: eine Technik, die die Verstellung des Ventilhubs erlaubt und somit im Teillastbereich die Benzinzufuhr begrenzen soll.
Auf der Seite der Selbstzünder stehen ebenfalls drei Leistungsvarianten zwischen 109 und 170 PS bereit. Das maximale Drehmoment reicht von 250 bis 350 Nm. Alle Motoren der Mercedes A-Klasse sind serienmäßig mit Start-Stopp-Funktion ausgerüstet und bringen ihre Kraft wahlweise über die Sechsgang-Schaltung oder das Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe auf die Straße.
Mercedes A-Klasse mit Allradantrieb denkbar
Um nicht nur optisch, sondern auch fahrdynamisch zu punkten, erhält die Mercedes A-Klasse eine neue Vierlenker-Hinterachse, ein optionales Sportfahrwerk und eine neu konzipierte elektromechanische Lenkung. Auch der Einsatz des Allradantriebs 4-Matic wäre nach Angaben von Mercedes denkbar. Zur Sicherheit der Insassen trägt serienmäßig die radargestützte Kollisionswarnung mit adaptiven Bremsassistenten bei.
Erstmals für die Mercedes A-Klasse verfügbar, ist das aus der S-Klasse bekannte Insassenschutzsystem Pre-Safe, das die Passagiere im Falle eines drohenden Unfalls mit einer Gurtstraffung, Schließung der Seitenscheiben und - sofern an Bord - Verstellung der vollelektrischen Sitze optimal auf eine Kollision vorbereitet. Der Müdigkeitswarner und die Berganfahrhilfe zählen mit dem Modellwechsel zur Grundausstattung der Kompakt-Baureihe. Auf Wunsch kann die Mercedes A-Klasse selbstverständlich mit allen erhältlichen Sicherheits- und Assistenzsystemen aus dem Mercedes-Regal ausgestattet werden.
Weitere Varianten der A-Klasse folgen
Die ersten Kunden wird Mercedes im September 2012 beliefern. Später sollen weitere Varianten der Mercedes A-Klasse folgen. So ist unter anderem ein SUV sowie ein viertüriges Coupé (CLA) geplant. Als Top-Modell wird eine AMG-Version mit 320 PS bereitstehen und auch eine Cabrio-Version steht in den Startlöchern.