Formel 1: Lewis Hamilton: "So habe ich Ferrari umgekrempelt"

Ferrari-Wende dank Lewis Hamilton
So half Hamilton bei der Technik-Entwicklung

ArtikeldatumVeröffentlicht am 13.07.2026
Als Favorit speichern
Lewis Hamilton - Ferrari - GP England 2026 - Silverstone - Formel 1
Foto: xpb

Im vergangenen Jahr musste man sich fast schon ein paar Sorgen um Lewis Hamilton machen. Die Eingewöhnungszeit bei Ferrari schien kein Ende zu nehmen. Gegen Teamkollege Charles Leclerc sah der siebenfache Weltmeister kein Land. Der Engländer fremdelte mit seinem Team und seinem Auto. Hamilton gab zu, dass er selbst fast den Glauben an sich selbst verlor.

Doch mit dem Wechsel auf den SF-26 änderte sich das Bild plötzlich. Hamilton gewinnt nicht nur regelmäßig das interne Duell gegen den Teamkollegen, er kann auch wieder um Siege mitfahren. In Barcelona feierte er seinen ersten Grand-Prix-Erfolg im roten Overall. Nach neun Rennen steht er auf Rang 3 der Fahrerwertung – nur 32 Punkte hinter Spitzenreiter Kimi Antonelli.

Da stellt sich natürlich die Frage, wie diese Wende möglich war. Hamilton hat darauf eine klare und einfache Antwort. Er selbst habe das Ruder herumgerissen. "Ich habe bei der Entwicklung des Autos wirklich mitgeholfen. Es gibt Elemente, zum Beispiel die Vorderachse bzw. die vordere Aufhängung, die ich letztes Jahr angefragt hatte. Das wurde dann für den Simulator gebaut, und ich habe es dort getestet."

Lewis Hamilton & Charles Leclerc - Ferrari - GP England 2026
xpb

Hamilton-Ideen helfen auch Leclerc

Hamilton erklärte den Ingenieuren also, was sie machen sollten, und die setzten es dann erfolgreich um. Auch den Wechsel des Bremsmaterials hatte der Pilot mit Nachdruck gefordert: "Dieses Jahr habe ich endlich die Bremsen bekommen, die ich wollte. Darauf hatte ich stark gedrängt." Nachdem bei Hamilton mit dem neuen Material direkt Fortschritte zu erkennen waren, zog auch Leclerc in Spielberg nach.

Bei der Personalplanung hatte Hamilton ebenfalls die Hände im Spiel: "Es gab Änderungen bei den Ingenieuren in meinem persönlichen Team. Ich habe Teile meiner Crew und die Art, wie sie mit dem restlichen Team zusammenarbeiten, neu justiert." Mit Carlos Santi läuft die Zusammenarbeit und die Kommunikation über Funk nun deutlich harmonischer als es letztes Jahr mit Riccardo Adami der Fall war.

Auch bei den Ferrari-Bossen wurde der Brite vorstellig. Letzten November hatte Präsident John Elkann noch mit der Aussage für Schlagzeilen gesorgt, dass die Piloten nicht so viel reden, sondern sich aufs Fahren konzentrieren sollen. "Ich habe mich mit den Entscheidungsträgern in der Organisation ausgesprochen, damit wir wirklich sicherstellen, dass wir an einem Strang ziehen und Verbündete statt Gegner sind."

Lewis Hamilton & Charles Leclerc - Ferrari - GP England 2026
xpb

Hamilton gewinnt Vertrauen der Ingenieure

Bei Ferrari rudern dank Hamilton nun alle in die gleiche Richtung. Dabei musste der Pilot aber einige dicke Bretter bohren: "Letztes Jahr war jedes Wochenende ein schwieriges Wochenende. Natürlich ist es dann so, dass die Leute dir tendenziell weniger zuhören. Sie sagten: Warum sollten wir auf dich hören, wenn du diese Ergebnisse einfährst?", erinnert sich Hamilton an die schwierige Zeit vor 12 Monaten.

Es hat lange gedauert, das notwendige Vertrauen aufzubauen. Doch Aufgeben ist für Hamilton bekanntlich keine Option: "Das Vertrauen ist jetzt da. Und Dinge, um die ich bitte, werden umgesetzt. Es ist natürlich keine Einbahnstraße. Wir treiben uns gegenseitig voran. Und die Zusammenarbeit funktioniert endlich. Das ist das Wichtigste."

Fazit